| Inhaltstoffe | Verwendung im Feuerwerk | Toxizität |
| Aluminium | silberne und weisse Flammen und Funken, häufig in Wunderkerzen | schlechte orale Resorption, geringe Toxizität |
| Antimon (Antimonsulfid) | Glitzereffekte | schlechte orale Resorption, Vergiftungen sind sehr selten |
| Barium (Bariumchlorat, Bariumnitrat) | grüne Farben, kann zur Stabilisierung anderer flüchtiger Elemente beitragen | gastrointestinale, Herz-, neurologische Symptome sowie Elektrolyt-Verschiebungen möglich |
| Beryllium | weisse Funken | schlechte orale Resorption; das chronische Einatmen kann Lungenkrebs verursachen |
| Kalzium (Kalziumchlorat) | orange Farbe, wird verwendet, um andere Farben zu vertiefen | Reizung der Mundhöhle, verätzende Verletzungen |
| Cäsium (Cäsiumnitrat) | Indigo Farben | geringe Toxizität |
| Chlor | Bestandteil vieler Oxidationsmittel in Feuerwerkskörpern | schwach reizend |
| Kupfer (Kupferchlorid Kupferhalogenide) | blaue Farben | Kupfersalze sind lokal ätzend |
| Eisen | Goldfunken | Eisenverbindungen sind stark korrosiv sowie reaktiv |
| Lithium (Lithiumcarbonat) | rote Farbe | gastrointestinale Symptome |
| Magnesium | weisse Funken, verbessert die Leuchtkraft | |
| Phosphor | Leuchteffekte im Dunkeln, kann Bestandteil des Brennstoffs sein | Roter Phosphor (Sicherheitsstreichhölzer): unlösliche Substanz, oral ungiftig Weisser Phosphor (Feuerwerkskörper): kann schwere gastrointestinale und kardiotoxische Symptome verursachen |
| Kalium (Kaliumnitrat, Kaliumperchlorat) | violette Farbe, schwarzes Pulver, explosiv, wird zur Oxidation von Feuerwerksmischungen verwendet | Tiere mit normaler Nierenfunktion: nur minimale Toxizität in Form von gastrointestinalen Symptomen |
| Rubidium (Rubidiumnitrat) | violette Farbe | |
| Natrium (Natriumnitrat) | goldene oder gelbe Farbe | Nitrate können eine Methämoglobinämie verursachen |
| Strontium (Strontiumcarbonat) | rote Farbe, wird zur Stabilisierung von Feuerwerksmischungen verwendet | gastrointestinale Symptome |
| Schwefel (Schwefeldioxid) | Bestandteil von Schwarzpulver | nach der Einnahme von Schwefel treten häufig Erbrechen und Durchfall auf |
| Titan | silberne Funken | schlechte orale Resorption, starke Staubbelastung kann Husten und Atemnot verursachen |
| Zink | Raucheffekte | gastrointestinale Symptome, zeitlich verzögert: intravasale Hämolyse und ZNS-Störungen |
| - | Barium: Die Einnahme von Barium kann innerhalb von 10-60 Minuten nach der Exposition zu Erbrechen, Durchfall, Speichelfluss, Zyanose, Bradykardie und Dyspnoe führen. Spätere Symptome, nach 2-3 Stunden, sind Tremor, Krampfanfälle, Lähmungen, Mydriasis, schwere Hypokaliämie, Hypertonie, Arrhythmien, Tachypnoe, Atemversagen und kardiogener Schock. Wenn innerhalb von 6-8 Stunden keine Symptome auftreten, ist nicht mit deren Auftreten zu rechnen. |
| - | Chlorate: Bei einer Natriumchloratvergiftung können Erbrechen, Tachykardie, Hämolyse, Hyperkaliämie, Methämoglobinämie und eine Nephropathie auftreten. Eine Methämoglobinämie kann erst 1-10 Stunden nach der Exposition auftreten. |
| 3.1 | Allgemeinzustand, Verhalten |
| Lethargie |
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| 3.2 | Nervensystem |
| Schwäche, Parese (selten, Barium); zentrale Krämpfe (selten, Barium, Chlorate) |
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| 3.3 | Oberer Gastrointestinaltrakt |
| Hypersalivation, (blutiger) Vomitus |
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| 3.4 | Unterer Gastrointestinaltrakt |
| (blutige) Diarrhoe |
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| 3.5 | Respirationstrakt |
| Tachypnoe, Dyspnoe |
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| 3.6 | Herz, Kreislauf |
| Arrhythmien, Hypertonie, Bradykardie (Barium); Tachykardie (Chlorate) |
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| 3.7 | Bewegungsapparat |
| Keine Symptome |
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| 3.8 | Augen, Augenlider |
| Keine Symptome |
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| 3.9 | Harntrakt |
| Hämoglobinurie, Nierenversagen (selten, Chlorate) |
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| 3.10 | Haut, Schleimhäute |
| Hautverbrennungen (Chlorate) |
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| 3.11 | Blut, Blutbildung |
| Hämolyse, Methämoglobinämie (Chlorate); Hyperkaliämie (Chlorate), Hypokaliämie (Barium) |
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| 3.12 | Fruchtbarkeit, Jungtiere, Laktation |
| Keine Symptome |
| - | Die Anamnese ist wichtig, da keine pathognomonischen Läsionen oder Laborbefunde auftreten. |
| - | Methämoglobinämie: Paracetamol, 3-Chlor-p-toluidinhydrochlorid (3-Chlor-4-methylanilin-hydrochlorid, DRC-1339, Starlicide), Phenole (Katzen; sie sollten auch orale Läsionen aufweisen), Knoblauch, Zwiebeln, Anilinfarbstoffe, Naphthalin (riecht nach Mottenkugeln), Phenazopyridin (leuchtend orangefarbener Urin). |
| - | Hämorrhagische Gastroenteritis: Arsen ("Reiswasser"-Durchfall), Parvovirus-Enteritis (ELISA, PCR), akutes hämorrhagisches Durchfall-Syndrom (hoher PCV). |
| - | Ätzende Substanzen: keine provozierte Emesis, Wasser oder verdünnte Milch trinken lassen. |
| - | Provozierte Emesis: innerhalb von 1 Stunde nach Einnahme, nur bei asymptomatischen Patienten; nicht nach der Einnahme ätzender Substanzen; das Risiko einer Schädigung der Schleimhaut durch Holzstreichhölzer gilt abzuwägen. |
| - | Magenspülung: nur bei Einnahme nicht ätzender Substanzen und grosser Materialmenge; eine Magenspülung mit Mineralöl kann die weitere Aufnahme von Chloraten im Magen-Darm-Trakt verhindern und dazu beitragen, nicht absorbiertes Chlorat schneller durch den Darmtrakt zu transportieren; es kann mit 1% Natriumthiosulfat gemischt werden, um die Wirksamkeit zu erhöhen. |
| - | Magnesiumsulfat: bindet Barium im Magen-Darm-Trakt und verhindert eine weitere Aufnahme. |
| - | Keine Aktivkohle-Gabe: Aktivkohle bindet weder Chlorate noch Schwermetalle noch ätzende Substanzen. |
| - | Intravenöse Flüssigkeitstherapie: zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks und einer normalen Urinausscheidung. |
| - | Sauerstoff-Gabe: bei Zyanose. |
| - | NaCl-Diurese: zur Steigerung der Ausscheidung (Barium). |
| - | Silbersulfadiazin: zur topischen Anwendung bei Verbrennungen. |
| - | Magenschutzmittel: |
| Sucralfat: 0.25-1 g p.o., alle 6-8 Stunden, bei Magenreizungen (ätzende Salze). |
| Omeprazol: 0.5-1 mg/kg Körpergewicht p.o., alle 24 Stunden, oder andere Protonenpumpenhemmer. |
| - | Natriumbicarbonat: 1-2 mlEq/kg Körpergewicht i.v., nach Bedarf titrieren, um Kalium intrazellulär zu verschieben (Chlorate). |
| - | Kaliumchlorid: nicht mehr als 0.5 mEq/kg Körpergewicht/h i.v., zur Korrektur der Hypokaliämie, von Herzrhythmusstörungen und Durchfall (Barium). |
| - | Methylenblau: 1-1.5 mg/kg Körpergewicht i.v., langsam über mehrere Minuten, als 1%ige Lösung, zur Umwandlung von Methämoglobin in Hämoglobin (Chlorate) oder |
| Ascorbinsäure: 10-20 mg/kg Körpergewicht i.v., s.c., p.o. alle 4 Stunden, zur Unterstützung der Umwandlung von Methämoglobin in Hämoglobin (Chlorate). |
| - | Natriumthiosulfat: soll die Chlorationen in weniger toxische Chloridionen umwandeln, 250 mg/kg Körpergewicht langsam i.v. über 15-30 Minuten; die 25%ige Lösung soll 1:1 mit sterilem Wasser zu Injektionszwecken verdünnt werden, um die Isotonizität zu verringern. |
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