| - | Bei Mäusen war die tiefste einmalige orale Gabe, die Tremor verursachte, 0.50 mg Penitrem A/kg Körpergewicht mit einer Latenzzeit von ca. 30 Minuten und Erholung nach 4-5 Stunden (Moldes-Anaya et al., 2012). |
| - | Die orale Verabreichung von Penitrem A verursachte bei Hühnern innerhalb von 30 Minuten Tremor, die Gabe von Roquefortin C hingegen Ataxie, Apathie und Lethargie (Tiwary et al., 2009). |
| - | Roquefortin C verursachte bei Mäusen in einer Dosis von 169-184 mg/kg Körpergewicht i.p. innerhalb von 15 Minuten serösen Nasenausfluss. Die Tiere wurden zunehmend apathisch und anorektisch und starben innerhalb von 24-48 Stunden. Die Überlebenden erholten sich innerhalb von 4-6 Stunden (Tiwary et al., 2009). |
| - | Eine reversible paralytische Wirkung trat bei Milchkühen auf, die Penicillium roqueforti-kontaminiertes Futtergetreide mit einer durchschnittlichen Roquefortin C-Konzentration von 25.3 µg/kg erhielten (Häggblom, 1990; Tiwary et al., 2009). |
| - | Schafe reagierten nach peroraler Verabreichung von 0.75-2 mg Penitrem A/kg Körpergewicht mit reversiblem Tremor, nach Anstrengung mit Ataxie und Seitenlage. Die Symptome persistierten je nach Dosis während 3-24 Stunden. Die Pathologie des zentralen und peripheren Nervensystems ergab keine signifikanten Läsionen. Roquefortin C, oral, in einer Futterkonzentration von 5-25 mg/kg (= 0.13-0.62 mg/kg Körpergewicht) während 16-18 Tagen, versursachte keine Veränderungen im Verhalten, in der Hämatologie, Reproduktion sowie bei den pre- und postmortem Untersuchungen (Tiwary et al., 2009). |
| - | In verschiedenen Zelllinien zeigte Penitrem A eine 50%ige inhibitorische Konzentration (IC50) von 6.8-21.7 mg/ml, Roquefortin C hingegen war auch in der höchstmöglichsten Löslichkeitsmenge nicht toxisch (Tiwary et al., 2009). |
| 3.1 | Allgemeinzustand, Verhalten |
| Schwäche, Ataxie, Hyperthermie |
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| 3.2 | Nervensystem |
| Tremor, tonisch-klonische Krämpfe, Hyperästhesie, Nystagmus, Opisthotonus |
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| 3.3 | Oberer Gastrointestinaltrakt |
| Salivation, Erbrechen |
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| 3.4 | Unterer Gastrointestinaltrakt |
| Diarrhoe |
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| 3.5 | Respirationstrakt |
| Tachypnoe |
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| 3.6 | Herz, Kreislauf |
| Tachykardie |
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| 3.7 | Bewegungsapparat |
| Hypertonie der Muskulatur, Rhabdomyolyse |
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| 3.8 | Augen, Augenlider |
| Keine Symptome |
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| 3.9 | Harntrakt |
| Oligurie, Anurie, Nierenversagen |
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| 3.10 | Fell, Haut, Schleimhäute |
| Dehydratation |
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| 3.11 | Blut, Blutbildung |
| Keine Symptome |
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| 3.12 | Fruchtbarkeit, Jungtiere, Laktation |
| Keine Symptome |
| 8.1 | Ein Labrador Retriever, 5-jährig, 35 kg, männlich kastriert, wurde mit einer 2-stündigen Vorgeschichte von intermitterendem, generalisiertem Tremor und zentralen Krampfanfällen präsentiert. Zudem war er gehunfähig und hypersensitiv auf Geräusche und Berührung. Die Blutserumwerte und das Blutbild waren in der Norm. Mageninhalt, Serum und Urin wurden auf Strychnin, Metaldehyd und tremorgene Mykotoxine analysiert. Das Resultat war negativ für Strychnin und Metaldehyd und positiv für Penitrem A und Roquefortine C. Im Mageninhalt wurden 0.6 mg/ml Penitrem A und 1.3 mg/ml Roquefortine C gefunden (Nachweisgrenze bei 25 ng/ml), im Serum 4.2 mg/ml Penitrem A und 13.3 mg/ml Roquefortine C (Nachweisgrenze bei 1 ng/ml), im Urin kein Penitrem A, jedoch 2.1 ng/ml Roquefortine C (Nachweisgrenze bei 1 ng/ml). Der Hund wurde wegen einer Aspirationspneumonie nach Magenspülung euthanasiert (Tiwary et al., 2009). |
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| 8.2 | Eine Yorkshire Terrier x Chihuahua-Hündin, 9 Monate alt, kastriert, wurde mit einem generalisierten Tremor vorgestellt. Sie war gehunfähig und hatte eine Hyperthermie von 40.5°C. Anamnestisch hatte sie im Garten des Besitzers Karotten und Mandeln gefressen. Nach provozierter Emesis wurden im Mageninhalt Karotten, Kartoffeln und Pilze gefunden. Ausser einer mittelgradigen Hyponatriämie waren die Serumwerte und das Blutbild in der Norm. Der Hund erholte sich unter der Gabe intravenösen Flüssigkeit sowie Diazepam. Im Mageninhalt konnte kein Penitrem A, jedoch 14.1 ng/ml Roquefortine C (Nachweisgrenze bei 1 ng/ml) nachgwiesen werden (Tiwary et al., 2009). |