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Streuli Pharma AG

Antirheumatikum, Analgetikum, Antiphlogistikum für Hunde und Katzen

ATCvet-Code: QM01BA01

 

Zusammensetzung

1 Dragée enthält:

Wirkstoffe: Phenylbutazonum 50 mg; Prednisolonum 1,25 mg
Hilfsstoffe: Color.: E 127, E 104, E 132, Excipiens pro compresso obducto
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Phenylbutazon ● Prednisolon
 

Eigenschaften / Wirkungen

Predni-Butadion ist eine bewährte Kombination von Phenylbutazon und Prednisolon und besitzt als polytrop wirksames Antirheumatikum intensive anti­phlogistische, analgetische und antipyretische Wirkungen.
Phenylbutazon gehört in die Gruppe der nicht-steroidalen Antiphlogistika. Seine Hauptwirkung ist die Hemmung der Cyclooxygenase, wodurch die Bildung von Prostaglandinen gehemmt wird. Prednisolon ist ein synthetisches Kortikosteroid und hat eine 4 mal stärkere glukokortikoide Potenz als das natürliche Cortisol. Die mineralokortikoide Wirkung dagegen beträgt nur 60% derjenigen des Cortisols. Prednisolon verhindert durch Hemmung der Phospholipase A2 die Bildung von Prostaglandinen und Leukotrienen.
Prostaglandine sowie Leukotriene sind bei der Entwicklung von Entzündung, Schmerz und Fieber wesentlich beteiligt, so dass es durch die Hemmung ihrer Entstehung unter der Behandlung mit Phenylbutazon kombiniert mit Prednisolon, zu einer raschen und nachhaltigen Dämpfung entzündlicher Erscheinungen sowie Beseitigung von Schwellungs- und Schmerzzuständen kommt.
 

Pharmakokinetik

Mit Predni-Butadion wurden keine pharmakologischen Studien durchgeführt. Die folgenden Angaben sind genereller Art.
 

Phenylbutazon:

Nach oraler Gabe ist Phenylbutazon nahezu vollständig bioverfügbar. Maximale Serumspiegel werden nach 1 - 2 Stunden erreicht. Für die therapeutische Wirkung sind initiale Plasmakonzentrationen von 10 µg/ml (analgetisch) bis 40 µg/ml (antiphlo­gistisch) erforderlich. Die Plasmaproteinbindung ist > 95%. Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 0,2 l/kg.
Die Metabolisierung erfolgt in der Leber, wo u.a. ein wirksamer Metabolit, das Oxyphenbutazon, gebildet wird. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal durch glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion. Die renale Elimination wird mit abnehmendem Harn-pH verzögert.
Die Halbwertszeit beträgt für Hunde 2,5 - 6 Stunden.
 

Prednisolon:

Die Bioverfügbarkeit liegt bei > 80%.
Die Proteinbindung erfolgt bis zu 75% an ein spezifisches Transportprotein. Prednisolon passiert die Blut-Hirn- sowie die Plazentarschranke. Prednisolon wird in der Leber metabolisiert. Die Elimination erfolgt renal überwiegend als Glukuronid, z.T. auch in sulfatierter Form. Nur ein geringer Anteil wird unverändert ausgeschieden. Die Halbwertszeit beim Hund beträgt 80 - 180 Minuten.
 

Indikationen

Arthritis, Kontusionen, Distorsionen, rheumatische Erkrankungen, Schmerzen, Dackellähme
 

Dosierung / Anwendung

Hund: Die Initialdosis von Phenylbutazon beträgt 40 mg/kg KGW, verteilt auf 3 Gaben. Ab dem 3. Tag Dosisreduktion entsprechend der klinischen Wirksamkeit. Richtdosierung 10 mg Phenylbutazon/kg KGW.
 
Katze: 2 × 1 Dragée pro Tag
 
Die Behandlung sollte ausschleichend beendet werden.
Zur Vermeidung von gastrointestinalen Reizungen sollte die Applikation nach einer Fütterung erfolgen.
Um Nebenwirkungen zu vermeiden, sollten die Dosierungsrichtlinien, insbesondere bei Katzen, strikte eingehalten werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

Arzneimittelallergie, insbesondere gegenüber Pyrazolonen, Magen-Darm-Ulzera, Blutbildstörungen, hämorrhagische Diathese, Neigung zu Konvulsionen (Epilepsie, Tetanie), virale Infektionen, Systemmykosen, Schilddrüsenerkrankungen sowie Endphase der Gravidität (Geburtsverzögerung durch herabgesetzte Wehentätigkeit, vorzeitiger Schluss des Ductus arteriosus Botalli beim Fetus).
 

Vorsichtsmassnahmen:

Vorsicht ist geboten beim Vorliegen von Herz-, Nieren- und Lebererkrankungen. Bei deutlichen Insuffizienzerscheinungen dieser Organe ist Predni-Butadion kontraindiziert.
Bei akuten Infektionskrankheiten, Diabetes mellitus und Tuberkulose ist eine besonders sorgfältige Kontrolle angezeigt. Beim Auftreten allergischer Hautreaktionen - ebenso beim Absinken der Leukozyten und/oder Thrombozyten - ist Predni-Butadion abzusetzen.
Bei längerer Behandlungsdauer oder bei Wiederaufnahme der Therapie ist eine Kontrolle des Blutbildes angezeigt.
 

Unerwünschte Wirkungen

Gastrointestinale Störungen, Ulzerationen im Gastro-Intestinal-Trakt, Beeinträchtigung der Nierenfunktion und Blutbildveränderungen (Leukopenie, Thrombocytopenie) sind möglich.
Bei Überdosierung kommt es zu zentralnervösen Symptomen (Erregung, Krämpfe), Hämaturie und Azidose.
 

Wechselwirkungen

Verstärkung der möglichen Nebenwirkungen durch zusätzliche Gabe von Glukokortikoiden oder anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika. Durch die hohe Proteinbindungsrate von Phenylbutazon können andere Arzneimittel wie Digitoxin, Coumarine, Sulfonamide oder Phenytoin aus ihrer Plasmaproteinbindung verdrängt und in ihrer Wirkung verstärkt werden.
Die diuretische Wirkung von Furosemid wird vermindert, die gleichzeitige Applikation kaliumsparender Diuretika erhöht die Gefahr einer Hyperkaliämie.
Die Elimination von Penicillinen wird durch Hemmung der renalen tubulären Sekretion verzögert. Durch Enzyminduktion wird der Abbau von Digitoxin und Kortikosteroiden beschleunigt.
Der Insulinbedarf diabetischer Tiere kann während der Therapie mit Predni-Butadion erhöht sein.
Beeinflussung von Schilddrüsenhormontests.
 

Sonstige Hinweise

Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
 

Packungen

Packungen zu 30, 100 und 500 Dragées

Zulassung erloschen am: 09.11.2012

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 48'067

Informationsstand: 05/2006

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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