Infektiöse Keratokonjunktivitis (IBK) / Pink Eye
Wichtige Hinweise
Bedeutung
- weltweit verbreitet
- häufigste Augenerkrankung des Rindes
- alle Altersklassen betroffen mit Häufung bei Kälbern und Jungrindern
- bevorzugt während der Weidesaison und Sömmerung bei warmen Umgebungstemperaturen
- begünstigende Faktoren: Fliegenbefall, starke Sonneneinstrahlung, Staub, Zugluft, hohes Gras, Mangel an Spurenelementen
Veterinäradministrative Massnahmen
Krankheitsbild / Symptomatik / Risikofaktoren
Erreger
Moraxella bovis, Moraxella bovuculi
- gramnegativ
- aerob
- Kommensalen der Konjunktiven und Schleimhäute des oberen Respirationstraktes
- verschieden Stämme mit erheblichen Virulenzunterschieden
- wichtige Virulenzfaktoren: Fimbrien (Pili – Anheftung auf der Kornea) und zytotoxisches Hämolysin (Zerstörung der Kornealzellen)
- Übertragung erfolgt mit Augen- oder Nasensekret durch Kontakt oder auch indirekt mechanisch über Arthropoden, insbesondere Fliegen
- ob Mycoplasma spp. in einzelnen Fällen in der Pathogenese von IBK eine Rolle spielen können, ist zurzeit unklar
Krankheitsbild
- anfangs Tränenfluss und Lichtscheu (Blepharospasmus)
- Schwellung der Konjunktiven
- anfangs diffus weissliche Trübung der Kornea (Ödem)
- danach weisslich-gelbe häufig erhabene Trübung (Keratokonus) mit Rötung durch Gefässeinsprossung („Pinkeye“)
- Bildung von Narbengewebe mit Beeinträchtigung des Sehvermögens
- manchmal verbunden mit Fieber
Diagnose / Tests
- Erregernachweis
- Kultur
- PCR aus Konjunktivaltupfern
Impfleitlinien
Impfung
- zur Prophylaxe und Sanierung haben sich in der Praxis Inaktivatvakzinen aus Erregerkulturen mit guter Fimbrienbildung und Hämolyse bewährt
- Vakzinen scheinen jedoch nur spezies- und stammspezifisch zu wirken
- je nach Übereinstimmung der Impfstämme mit dem in einer Herde auftretenden Erreger variiert der Impferfolg
Situation in der Schweiz
Tabelle 7: Zugelassene Impfstoffe und Impfschema gegen Infektiöse Keratokonjunktivitis (IBK) in der Schweiz