HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH

Saluretikum (Diuretikum) zur oralen Anwendung; für Hund und Katze

ATCvet-Code: QC03CA01

 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Furosemid
1  FurotabTablette enthält: Furosemidum 40 mg.
Hilfsstoffe: excip. pro compresso
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Furosemid
 

Eigenschaften / Wirkungen

Furosemid gehört zur Gruppe der Schleifendiuretika, die sich durch eine schnell einsetzende, intensive und bei den meisten Tierarten relativ kurze Wirkung auszeichnen.
Die mit einer Dosis aus dem Organismus eliminierte Flüssigkeits- und Elektrolytmenge übertrifft diejenige nach Gabe von Thiaziden. Im Gegensatz zur Ausscheidung von Natrium und Chlorid sind die Kalium-Verluste relativ gering.
Beim Hund beginnt die Diurese je nach Applikationsart innerhalb von 30 Minuten bis etwa 2 Stunden und dauert ca. 3 Stunden (i.v.) bzw. 6 Stunden (oral).
Bei der Katze tritt innerhalb von 1 bis 6 Stunden nach intramuskulärer Applikation verstärkte Diurese ein.
Furotab Tabletten zeichnen sich durch gute lokale und systemische Verträglichkeit aus. Die Wirkung ist kaum abhängig vom Säure-Base-Status. Meist kann auch bei stark eingeschränkten Nierenfunktionen noch eine Wirkung erwartet werden.
Die akute und chronische Toxizität von Furosemid sind gering. Bei Dosen ab 10 mg/kg kann jedoch eine vorübergehende Hörschädigung auftreten. Für teratogene, mutagene oder kanzerogene Wirkungen besteht kein Hinweis.
 

Pharmakokinetik

Nach oraler Gabe wird Furosemid in grossem Ausmass resorbiert. Die Bioverfügbarkeit liegt bei 60 - 80%.
Der Wirkungseintritt erfolgt innerhalb einer Stunde. Für den diuretischen Effekt sind Plasmakonzentrationen von etwa 0,2 - 0,3 µg/ml erforderlich.
Die Plasmaproteinbindung ist ausgeprägt (ca. 90%).
Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren, zum grössten Teil in unveränderter Form. Der Wirkort ist die luminale Seite der Tubuluszellen des aufsteigenden Astes der Henleschen Schleife.
Nach oraler Gabe (Hund) ist die Eliminationshalbwertszeit länger als 4 Stunden.
 

Indikationen

Unterstützende Therapie in Fällen, in denen durch erhöhte Diurese/Salurese Flüssigkeitsansammlungen infolge Erkrankungen des Herzens, der Leber, der Niere oder sonstiger Ursachen aus Geweben, Körperhöhlen, Gelenken, Sehnenscheiden usw. schneller resorbiert werden sollen:
-Unphysiologisches akutes Gesäugeödem vor und nach Geburten, Lactatio falsa (Hund, Katze), kardiale Ödeme, Lungenödem, Gehirnödem, Präputial- und Skrotalödem, Gliedmassen- und Wundödem nach Verletzungen oder Operationen, parasitär bedingtes Ödem.
-Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen: Aszites, Hydrothorax, Hydroperikard.
 
Bei der Anwendung von Diuretika handelt es sich um eine symptomatische Therapie. Dabei darf eine Behandlung spezifischer Krankheitsursachen nicht vernachlässigt werden.
 

Dosierung / Anwendung

Die therapeutische Dosis für Hunde und Katzen beträgt 1,0 bis 2,0 mg Furosemid pro kg Körpergewicht.
Dies entspricht 1 Tablette pro 20 bis 40 kg Körpergewicht.
Zur genaueren Dosisanpassung können auch halbe und geviertelte Tabletten verwendet werden.
Wenn die Salurese dem gewünschten Therapieziel nicht entspricht, kann die Einzeldosis bis auf das Doppelte erhöht werden.
Die angegebene Einzeldosis wird im Abstand von 6 - 8 Stunden 1- oder 2-mal täglich per os verabreicht.
Das Behandlungsziel ist im Allgemeinen nach 1 bis maximal 3 Tagen erreicht. Bei längeren Behandlungen ist eine Kontrolle der Serumelektrolytwerte angezeigt.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Leberkoma, Niereninsuffizienz mit Anurie, schwere Hypokaliämie und Hyponatriämie, Hypovolämie, Hypotonie, Sulfonamid-Allergie
 

Vorsichtsmassnahmen

Bei gleichzeitiger Gabe von Herzglykosiden sollte Furosemid nur während der ersten 1 - 3 Tage und dann intermittierend zur Ausschwemmung vorhandener Ödeme eingesetzt werden.
Bei hohen Dosierungen ist für ausreichenden Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten zu sorgen.
 
Beim Hund:
Im Laufe einer simultanen Anwendung von Digoxin-haltigen Präparaten (oral) mit Furosemid kann es zu einer unerwünschten Verstärkung der Digoxin-Wirkung kommen. Es empfiehlt sich daher, die Digoxin-Dosis um 30 - 50% zu reduzieren oder auf eine täglich alternierende Anwendung der beiden Präparate überzugehen.
 

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen in therapeutischen Dosierungen sind im Allgemeinen die Folge der diuretischen Hauptwirkung: Es kann zu Hämokonzentration und zu adaptiven Veränderungen des Kreislaufs kommen (herabgesetzter Druck im kleinen Kreislauf, erhöhter peripherer Widerstand und erhöhte Herzfrequenz). Bei längerer Behandlung können Hypokaliämie und Hyponatriämie auftreten. Kreuzallergien mit Sulfonamiden sind möglich.
 

Wechselwirkungen

Aminoglykosid-Antibiotika: Verstärkung der ototoxischen und nephrotoxischen Wirkung.
Cephalosporine: Verstärkung der nephrotoxischen Wirkung.
Herzglykoside: Erhöhung der Toxizität der Herzglykoside als Folge des Kaliumverlustes und Anstieg der Herzglykosid-Konzentration im Plasma durch Verdrängung aus der Proteinbindung.
Indomethacin und andere Hemmstoffe der Prostaglandin-Synthese: Abschwächung des diuretischen Effektes.
 

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern. In der Originalpackung aufbewahren, um vor Licht zu schützen.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Tablettenhälften bzw. Tablettenviertel sowie Tabletten nach Entnahme aus dem Blister sollen innerhalb von 3 Tagen verbraucht werden.
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
 

Packungen

Packungen zu 20 teilbaren Tabletten

Zulassung erloschen am: 08.02.2017

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 63'256

Informationsstand: 09/2013

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2020 - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.