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Dr. E. Graeub AG

Ohrengel für Katzen

ATCvet-Code: QS02QA03

 

Zusammensetzung

1 g Gel enthält:
1 mg Ivermectin, Hydroxyethylzellulose und Propylenglycol
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Ivermectin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Ivermectin gehört zur Gruppe der Avermectine, einer Familie von eng verwandten makrozyklischen Laktonen. Ivermectin zeichnet sich durch eine breite und potente antiparasitäre Wirkung gegen Nematoden und Arthropoden aus. Seine Wirkung wird durch eine Hemmung der Nervenimpulse erzielt. Verbindungen aus der Klasse der makrozyklischen Laktone binden selektiv und mit hoher Affinität an die glutamatgesteuerten Chloridionen-Kanäle, die in Nerven- und Muskelzellen von Invertebraten vorkommen. Dies führt zu einer Erhöhung der Durchlässigkeit der Zellmembran und Chloridioneneinstrom mit nachfolgender Hyperpolarisation der Nerven- oder Muskelzelle und in der Folge Paralyse und Absterben der Parasiten. Vertreter dieser Wirkstoffklasse können auch mit anderen Liganden-gesteuerten Chloridkanälen, wie bspw. den über den Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA) gesteuerten, interagieren. Es wurde bisher keine Resistenz von Otodectes cynotis gegenüber dem Wirkstoff beobachtet (Stand 2010).
 

Pharmakokinetik

Pharmakokinetische Daten über Ivermectin nach lokaler Applikation im Katzenohr zeigen eine Absorption und langsame Elimination von Ivermectin. Es resultiert eine mittlere Plasma-Restkonzentration von ca. 20 ng/ml 6.5 Tage nach der dritten Behandlung.
 

Indikationen

Behandlung des Ohrmilbenbefalls (Otodectes cynotis) bei Katzen.
 

Dosierung / Anwendung

Zur lokalen Anwendung im äusseren Gehörgang.
Den äusseren Gehörgang mit Otimectin füllen. Dies ergibt eine Dosis von ungefähr 1 Gramm Otimectin (entspricht 1 mg Ivermectin) je Ohr. Durch sanfte Massage mittels leichten Drucks von aussen auf die Ohrmuschel wird eine gleichmässige Verteilung erreicht. Die Behandlung nach 7 und 14 Tagen wiederholen.
Eine tierärztliche Untersuchung nach der Behandlung ist notwendig, da einige Tiere eine weitere Behandlung benötigen.
Die Ohren sind bei Bedarf vor einer Behandlung mit Otimectin zu reinigen. Beide Ohren sollen behandelt werden.
Alle Katzen desselben Haushaltes sollen gleichzeitig gegen Ohrmilbenbefall behandelt werden. Weitere empfängliche Haustiere (Hunde, Frettchen) im selben Haushalt sollen ebenfalls mit einem entsprechenden Produkt behandelt werden.
 

Überdosierung

Nach zweimaliger Applikation des Fünffachen der empfohlenen Dosis von Ivermectin in den Gehörgang im Abstand von 7 Tagen wurden keine Anzeichen einer Intoxikation beobachtet.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

-Nicht anwenden bei perforiertem Trommelfell.
-Nicht anwenden, wenn das Trommelfell nicht vollständig eingesehen werden kann.
-Nicht anwenden bei Katzen mit verlegtem äusserem Gehörgang infolge einer chronischen Entzündung.
-Nicht anwenden bei Katzen mit systemischen Erkrankungen.
 

Vorsichtsmassnahmen

Katzen nicht vor Vollendung der 8. Lebenswoche behandeln.
Kontakt mit Augen und Maul sind zu vermeiden.
Es soll darauf geachtet werden, dass die Katzen bei gegenseitiger oder eigener Fellpflege das Produkt nicht von der Applikationsstelle aufnehmen.
Studien an Labortieren ergaben keine Hinweise auf teratogene oder foetotoxische Folgen mit den verwendeten Konzentrationen. Die Sicherheit des Produktes wurde nicht bei trächtigen oder laktierenden Kätzinnen untersucht.
 

Unerwünschte Wirkungen

Anwendung bei Katzenwelpen und Katzen mit perforiertem Trommelfell oder verlegtem äusserem Gehörgang kann zu zentralnervösen Nebenwirkungen führen. Mögliche Symptome sind: Apathie, Anorexie, Mydriasis, Ataxie, Zittern und Speicheln.
 

Wechselwirkungen

Eine gleichzeitige Behandlung mit anderen Medikamenten, welche auf die P-Glykoproteine einwirken, sollte vermieden werden (z.B. Selamectin und Piperazin).
 

Sonstige Hinweise

Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) aufbewahren. Medikament ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "Exp" bezeichneten Datum verwendet werden. Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
Dieses Produkt kann zu Kontaktsensibilisierung führen; daher ist der direkte Haut- und Augenkontakt während und nach der Applikation zu vermeiden. Hände und sonstige eventuell exponierte Stellen sind nach der Anwendung zu waschen.
 

Packungen

Tube à 10 g

Zulassung erloschen am: 21.06.2013

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 61'633

Informationsstand: 02/2012

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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