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Pfizer AG

Injektions-Anästhetikum für Katzen und Hunde

ATCvet-Code: QN01AX03

 

Zusammensetzung

1 ml Injektionslösung enthält:
Ketamin (als Ketaminhydrochlorid) 100 mg
Conserv.: Benzethoniumchlorid 0.10 mg, Wasser für Injektionszwecke 910.55 mg
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Ketamin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Ketamin ist ein Anästhetikum, das zu einem Zustand führt, der durch starke Analgesie, oberflächlichen Schlaf und Katalepsie charakterisiert ist ("dissoziative Anästhesie"). Mit steigender Dosis tritt zunächst Katalepsie (Zustand hochgradiger motorischer Antriebslosigkeit bei gleichzeitig erhöhtem Muskeltonus), dann Anästhesie (Schmerzausschal­tung und Hypnose, kein Toleranzstadium) und, bei Überdosierung, zentrale Erregung bis hin zu Krämpfen ein. Auch in anästhetisch wirksamen Dosen erregt Ketamin bereits bestimmte Regionen des ZNS (limbisches System), was unter anderem durch die Katalepsie charakterisiert ist, während thalamocortikale Bahnen gehemmt werden. Da sich der Patient im Zustand der Katalepsie nicht mehr gegen schmerzhafte Eingriffe wehren kann, aber noch voll schmerzempfindlich ist, muss auf eine genaue Einhaltung der Dosis geachtet werden. Auch bei ausreichend hoher Dosierung führt Ketamin im Gegensatz zu Narkotika zu keiner Muskelrelaxation (sondern Tonussteigerung); Pharyngeal- und Laryngealreflexe bleiben voll erhalten (Gefahr des Laryngo­spasmus), ebenso Husten-, Schluck- und Lidreflex. Bei viszeralen Schmerzen (Bauchoperationen) ist die anästhetische Wirkung von Ketamin nicht ausreichend.
 

Pharmakokinetik

Die Wirkung setzt nach i.v. Applikation sofort, nach i.m. Applikation je nach Dosis nach 3 - 10 Minuten ein und hält für 15 - 45 Minuten an. Nachinjektionen sind möglich. Nach der Narkose erholen sich die Tiere nur langsam, stehen aber im allgemeinen innerhalb von 2 Stunden wieder. Die Halbwertszeit von Ketamin beträgt bei der Katze etwa 1 Stunde, beim Hund ebenfalls 1 Stunde. Die Bioverfügbarkeit beträgt nach i.m. Gabe über 90%.
 

Indikationen

Zur Ruhigstellung für diagnostische und kleinere operative Kurzeingriffe und Behandlungen wie: Zahnreinigung, Zahnextraktionen, Fremdkörperentfernung, Abszessspaltung, Eingriffe in die Mundhöhle, an Gesicht und Ohr, Wundversorgung, Verbandwechsel, Röntgendiagnostik, Untersuchung unruhiger, aufgeregter oder aggressiver Tiere, Punktion, Krallenentfernung, Scheren.
 
In Kombination mit Xylazin, Injektions- oder Inhala­tions­narkotika zur Anästhesie für chirurgische Eingriffe und Operationen wie: Luxation, Amputation, Kastration, Sterilisation, Ovariektomie, Ovariohysterektomie, Kaiserschnitt, Laparatomie, Gipsverband (Reposition von Frakturen).
Bei sehr schmerzhaften und langwierigen Operationen und zur Aufrechterhaltung einer erreichten Anästhesie.
 

Dosierung / Anwendung

Bei intravenöser Applikation:
Katze und Hund: 2 - 5 mg/kg KGW
 
Bei intramuskulärer Applikation:
Katze: 10 - 30 mg/kg KGW für kleine Eingriffe und wenig schmerzhafte Behandlungen.
Kombination mit anderen Präparaten für schmerzhafte Behandlungen und chirurgische Eingriffe: Mit Xylazin: 6 - 10 mg/kg KGW Ketamin und 2 mg/kg KGW Xylazin
Hund: 10 - 20 mg/kg KGW bei einem Gesamtgewicht von weniger als 40 kg.
Kombination mit anderen Präparaten für schmerzhafte Eingriffe: Mit Xylazin: 6 - 10 mg/kg KGW Ketamin und 2 mg/kg KGW Xylazin
 
Eine Prämedikation mit sekrethemmenden Substanzen wie z.B. mit Atropin, in einer Dosierung von 0.044 mg/kg KGW bei der Katze und in einer Dosierung von 0.05 - 0.1 mg/kg KGW beim Hund, kann durchgeführt werden. Kombinationen mit Neuroleptika setzen die Muskelkontraktilität herab.
Zur Verlängerung der Anästhesie kann von Ketavet 100 sowohl i.m. oder i.v. je nach Bedarf, die halbe oder volle Dosis nachinjiziert werden. Ketavet 100 kann zur Einleitung einer Anästhesie als auch zur Aufrechterhaltung einer erreichten Anästhesie mit anderen Narkotika wie Barbituraten (Phenobarbital, Thiamylal), Xylazin, flüchtigen Anästhetika (Isofluran, Methoxyfluran), Stickoxydul, Äther u.a. angewandt werden. Bei dieser Anwendung muss Ketavet 100 in einer reduzierten mittleren Dosierung injiziert werden, das sind
-10 - 15 mg/kg KGW bei der Katze
-5.5 - 11 mg/kg KGW beim Hund
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

Dekompensierte Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Leber- und Nierenerkrankungen, Eklampsie und Präklampsie, Glaukom, Epilepsie. Bei Eingriffen an den oberen Luftwegen ohne gleichzeitige Gabe eines Muskelrelaxans (Intubation obligatorisch).
 

Unerwünschte Wirkungen

Anstieg von Blutdruck und Pulsfrequenz, Salivation, geöffnete Augen, Nystagmus (Augenzittern), Mydriasis (Pupillenerweiterung), leichte Tendenz zu erhöhtem Muskeltonus. Beim Hund kommt es bei alleiniger Verabreichung von Ketavet 100 zu initialen Erregungserscheinungen bis hin zu Krämpfen, so dass Ketavet 100 bei diesen Spezies in Kombination mit Xylazin (oder Diazepam) angewendet werden sollte.
Überdosierung: Zentrale Erregung bis zu Krämpfen, Atemlähmung, Herzarrhythmien. Die Krämpfe sind mit Diazepam (0.5 mg/kg i.v.) zu blockieren.
 

Wechselwirkungen

Möglicherweise verstärken sich Ketamin und Schilddrüsenhormone gegenseitig in ihrem blutdruck- und herzfrequenzsteigernden Effekt. Pestizide und Insektizide können zu einer Induktion mikrosomaler, metabolisierender Enzyme führen, die eine Abschwächung der Ketaminwirkung bedingen. Die Kombination von Ketavet 100 mit Xylazin führt zu einer besseren Anästhesie, Muskelrelaxation, geringer Salivation, aber stärkererer Kreislauf- und Atemdepression. Bei Kombination von Ketamin mit Azepromazin (Hund 0.2 mg/kg i.v., Katze 1 mg/kg i.m.) wird die pressorische Kreislaufwirkung von Ketamin aufgehoben.
 

Sonstige Hinweise

Die Tiere sollten in einem ruhigen und abgedunkelten Raum aufwachen. Ketavet 100 soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden. Verfalldatum siehe Packungsaufdruck. Nicht über 25°C aufbewahren. Vor Licht schützen. Angebrochene Injektionsflasche im Kühlschrank (bei 2 - 8°C) aufbewahren und innert 8 Wochen verwenden. Nur klare, farblose Lösungen verwenden. Medikament vor Kindern geschützt aufbewahren.
 

Packungen

5 Injektionsflaschen zu 10 ml (100 mg/ml)

Exportspezialität: Vertrieb in der Schweiz nicht zugelassen!

Zulassung erloschen am: 28.02.2006

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 51'913

Informationsstand: 04/2004

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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