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Vetoquinol AG

Antibiotikum für Pferd, Rind, Schaf, Ziege, Schwein und Hund

ATCvet-Code: QJ01G

 

Zusammensetzung

1 ml Injektionslösung enthält:
Gentamicinum (ut G.sulfuricum) 50 mg, Conserv.: (E216, E218, Alc. benzyl.) Antiox.: (E223), Excip.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Gentamicin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Gentaseptin enthält das Breitspektrum-Antibiotikum Gentamicin in einer gut verträglichen, wässrigen Injektionslösung. Gentamicin, das Aminoglykosid-Antibiotikum mit der breitesten Wirkung, ist gegenüber zahlreichen grampositiven und gramnegativen Bakterien wirksam: Streptokokken, Staphylokokken, Clostridien, Corynebakterien (Actinomyces s. C. pyogenes), Listerien, gramnegative Kokken, Mykoplasmen; es besitzt besondere klinische Bedeutung für gramnegative Problemkeime wie Pseudomonas aeruginosa, Escherichia coli, Klebsiellen, Proteus-Arten, Salmonellen. Die antibakterielle Wirkung beruht auf der Störung der Proteinsynthese, woraus ein konzentrationsabhängiger bakterio­sta­tischer bis bakterizider Effekt resultiert, der mit der üblichen Dosierung bei Konzentrationen von 1-2 (0,5-5) µg/ml bei grampositiven und gramnegativen Keimen erzielt wird. Die bakteriostatische Hemmkonzentration ist etwa 2- bis 3-fach niedriger als die bakterizide.
 

Pharmakokinetik

Nach der parenteralen Injektion erfolgt eine rasche Resorption und Verteilung von Gentamicin im Organismus, wodurch bereits 30-60 Minuten nach i.m. Injektion maximale Konzentrationen im Serum erzielt werden. Nach i.v. Gabe wird nach 20 Minuten das Verteilungsgleichgewicht erreicht. Die Eiweissbindung von Gentamicin ist niedrig; sie beträgt im menschlichen Serum 0-30%. Im Gewebe stellt sich dank der guten Verteilung im extrazellulären Raum etwa dieselbe Konzentration wie im Serum ein. Beim Hund wurde in der Lymphe des Ductus thoracicus und der Niere dieselbe Konzentration wie im Serum gemessen. Der Übertritt in Liquor und Milch ist normalerweise gering, nur bei Entzündungen etwas erhöht. Auch im Lebergewebe treten nur niedrige Konzentrationen auf. Dagegen werden relativ hohe Konzentrationen im Bronchialsekret, in der Synovialflüssigkeit, im weiblichen Genitaltrakt und nach subkonjunktivaler Injektion auch im Augenkammerwasser erzielt; auch im Fetalkreilsauf ist Gentamicin vorhanden. Die Ausscheidung von Gentamicin erfolgt in antibakteriell wirksamer Form im Glomerulumfiltrat bei tubulärer Rückresorption zu 20-40%, was zu einem hohen Gewebespiegel in der Niere führt.
 

Indikationen

Lokal- und Allgemeininfektionen verschiedenster bakterieller Genese, vorwiegend mit gramnegativen Problemkeimen. Harnwegsinfektionen, Infektionen der Geschlechtsorgane (Metritis der Stute), Infektionen des Atmungsapparates, Infektionen des Magen-Darm-Traktes (Coliseptikämie beim Kalb), Hautinfektionen, Infektionen von Auge und Ohr.
 

Dosierung / Anwendung

4-10 ml pro 100 kg Körpergewicht (2-5 mg/kg alle 12-24 Stunden).
 
Pferd, Rind10-75 ml
Fohlen, Kalb2-15 ml
Schaf, Ziege2-10 ml
Schwein4-25 ml der
Läufer1-8 ml der
Ferkel0,5-2 ml der
Hund0,2-5 ml der
 
Die Applikation erfolgt intramuskulär, subkutan oder, um sofort hohe Serumkonzentrationen zu erzielen, auch langsam intravenös. Die i.v. Injektion kann, um ototoxische Nebenwirkungen durch überhöhte Serumkonzentrationen zu vermeiden, als Infusion mit 5%iger Glukose- oder 0,9%iger Kochsalzlösung über 2 Stunden vorgenommen werden oder es wird die halbe Dosis langsam i.v. und die andere Hälfte i.m. appli­ziert. Die lokale Injektion ist ebenfalls möglich, z.B. subkonjunktival, intraartikulär.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

Nicht anwenden bei Störungen der Nierenfunktion und des Gehör- oder Gleichgewichtssinnes. Die gleich­zeitige Applikation von potentiell nephrotoxischen Substanzen und von Diuretika (wie Furosemid u.a.) ist kontraindiziert.
 

Vorsichtsmassnahmen:

Bei trächtigen Tieren nur nach strenger Indikationsstellung.
 

Unerwünschte Wirkungen

Störung des Gehörorgans, erkennbar an vestibulären Dysfunktionen, vorwiegend in der 2. Behandlungswoche auftretend. Schädigung des Nierengewebes und Störung der Nierenfunktion. Neuromuskuläre Blockade mit Atemstillstand. Die Häufigkeit toxischer Effekte ist dosisabhängig.
 

Absetzfristen

Essbares Gewebe:7 Tage
Milch:3 Tage
 

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Anästhetika besteht die Gefahr der neuromuskulären Blockade.
 

Sonstige Hinweise

Aufbauchfrist nach 1. Entnahme: 4 Wochen.
Medikament zum Schutz der Kinder sicher aufbewahren.
 

Packungen

Injektionsflasche zu 100 ml

Zulassung erloschen am: 30.06.2003

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 49'383

Informationsstand: 07/1999

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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