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Pavesco AG

Liniment zur lokalen Behandlung Osteo-artikulärer Verletzungen (Sehnen und Bänder) beim Sportpferd.

ATCvet-Code: QM02AQ

 

Zusammensetzung

Wirkstoffe:
Jod                                  2,610 g
Kaliumjodid                          1,900 g
 
Excipiens:
Menthol (Analgetikum)                0,120 g
Storax rein (Schutzfilm)             0,850 g
Tolu-Balsam (Weichmacher)            2,370 g
Benzoin (Schutzfilm)                22,000 g
Isopropyl-Alkohol (Vehikel)         68,150 g
Wasser gereinigt                     2,000 g
                                   100,000 g
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Benzoe ○ Iod ○ Kaliumiodid ○ Menthol ● Storax ● Tolubalsam
 

Eigenschaften / Wirkungen

Twydil Dry-5 ist ein flüssiges Einreibemittel, das bei bestimmten Verletzungen auf die Haut aufgetragen wird, insbesondere bei Sportpferden.
Pharmakologisch tragen alle Bestandteile des Präparats zu seinen antiseptischen, hautrötenden und weichmachenden Eigenschaften bei, die der wirksamen Behandlung unterschiedlicher Verletzungen und Überbelastungen verschiedener Körperpartien und Gliedmassen des Sportpferdes dienen.
Toxikologisch erweist sich Twydil Dry-5 als Präparat ohne systemische Toxizität. Die an den behandelten Hautstellen beobachteten Veränderungen (Rötung, Entzündung, Ödem) sind normal und Zeichen der therapeutischen Wirkung.
Twydil Dry-5 gilt als lokales Reizmittel. Die Wirkstoffe von Twydil Dry-5 bewirken eine lokale Reizung der behandelten Stelle und ihrer Umgebung. Diese Reizung fördert und verbessert den lokalen Kreislauf.
Der reizende Hauptbestandteil von Twydil Dry-5 ist in Kaliumjodid gelöstes stabilisiertes Jod.
Menthol hat eine schmerzstillende Wirkung. Bei normaler Anwendung erweitert es die Kapillarge­fässe und erhöht dadurch die Blutzirkulation an der behandelten Stelle.
Die genannten pharmakologisch aktiven Substanzen werden an der Wirkstelle durch die reinen Benzoin- und Storax-Extrakte geschützt, die in Verbindung mit dem Tolu-Balsam einen weichen Schutzfilm bilden.
Das Ganze ist in Isopropyl-Alkohol gelöst.
Die mit Twydil Dry-5 erzielten Ergebnisse sind gesamthaft gesehen sehr befriedigend. Mehrere Hundert klinische Fälle wurden ausgewertet. Dabei waren 71% der Ergebnisse sehr charakteristischer Fälle (Überbein, Bänder, Sehnen...) positiv, womit die gute Wirkung des Produkts und die Eignung für die Pferdetherapie genügend erwiesen ist.
 

Pharmakokinetik

Ein sehr geringer Anteil der Bestandteile von Twydil-Dry-5 dringt durch die Haut.
Die Menge ist unterschiedlich, je nach Art der Bestandteile und allfälliger Verletzungen der Haut.
Ist die Haut verletzt, wird ein grösserer Anteil absorbiert und kann in die Blutbahn eindringen.
 

Indikationen

Das Sportpferd und insbesondere das Rennpferd wird seit seiner Jugend einem intensiven Training unterzogen.
Bei den noch nicht ausgewachsenen jungen Organismen kann sich eine ganze Reihe von osteo-artikulären Unfällen ereignen, welche die sportliche Zukunft der Pferde stark beeinträchtigen.
Verletzungen der Gliedmassen betreffen zugleich Knochen, Bänder und Sehnen und können als "Überanstrengung des Bewegungsapparats" betrachtet werden. Sie sind im allgemeinen mehrfacher Art und ziehen gleichzeitig Gelenkkapseln, Bänder und ihre Verankerungsstellen in der Knochenhaut in Mitleidenschaft. Dadurch ergibt sich eine komplexe Symptomatik, die typisch ist für eine Überanstrengung des Bewegungsapparats.
Beim älteren Pferd dagegen handelt es sich um eine vorzeitige Abnutzung mit ähnlicher Symptomatik, auch wenn andere Ursachen vorliegen.
Für diese Art von Verletzung gibt es zahlreiche Therapeutika, die sich generell in zwei Kategorien einteilen lassen: entzündungshemmende und entzündungsbegünstigende (ableitende) Therapeutika.
Die entzündungsbegünstigende Therapie stimuliert das System und bewirkt einen physiologischen Heilungsprozess (die heilenden Bestandteile werden über die Blutbahnen transportiert).
Twydil Dry-5 gehört zu dieser zweiten Art von Therapeutika, die zur Hauptsache ableitend (kreislaufanregend) wirken, die aber auch lang anhaltend wirken müssen (zur Heilung notwendige Zeit). Ausserdem müssen sie richtig dosiert werden, um keine Sekundärentzündung hervorzurufen, die in einem Missverhältnis zum erwünschten therapeutischen Prozess stehen würde.
Die Eigenschaften des Produkts entsprechen somit der gemeinen osteo-artikulatorischen Pathologie der Gliedmassen bei Pferden, insbesondere bei den Knien, Kötengelenken und Sprunggelenken.
Wird das Pferd während der Behandlung trainiert, würde das erforderliche tägliche Waschen nach dem Ausritt die Anwendung eines Produkts normalerweise beeinträchtigen. Bei Twydil Dry-5 ermöglicht der elastische Film dank Abdichtung der behandelten Stelle, dass die Wirkung des Produkts weiter anhält, ohne dass die normale Pflege der Glied­massen vernachlässigt werden muss. Im übrigen ist ein Schutzverband an Gliedmassen wie Knien oder Sprunggelenken unpraktisch, deshalb ist der elastische Schutzfilm ein gut geeigneter Ersatz.
 

Dosierung / Anwendung

Vor der Anwendung gut schütteln und täglich mit Hilfe einer halbharten Bürste leicht in Haarswuchsrichtung einreiben. Das Pferd anbinden und ca. 30 Minuten trocknen lassen. Danach kann die behandelte Zone wattiert und verbunden werden. Tritt nach 10 Tagen Behandlung keine Besserung ein, konsultieren Sie Ihren Tierarzt.
 

Anwendungseinschränkungen

a) Kontraindikationen

Wie alle Produkte mit blasenziehender Wirkung muss Twydil Dry-5 mit Vorsicht angewendet werden, da die blasenziehende Wirkung das erwünschte Mass übersteigen kann.
 
Dies ist der Fall
1.bei übertriebener Anwendung;
2.bei kleineren und grösseren Wunden, die beim Kontakt mit irritierenden Substanzen reagieren können;
3.bei Tieren mit besonders empfindlicher Haut;
4.bei zu lang andauernder Behandlung
 
Nebenwirkungen könne sein:
1.Leichte Enthaarung der behandelten Zone
2.Übermässige Entzündungsreaktion mit Lymphgefässentzündung
 

b) Vorsichtsmassnahmen

Züchter und Trainer sollten Schutzkragen einsetzen, damit das Pferd die behandelten Stellen mit dem Maul nicht erreichen kann.
 

Unerwünschte Wirkungen

Bei versehentlich erheblicher Absorption von Twydil Dry-5 oder perkutaner Penetration (sehr unwahrscheinlicht) der Wirksubstanzen (100 g Twydil Dry-5 = 2,61 g Jod) und Vergiftungsverdacht erinnern wir an die Massnahmen zur Behandlung von Jodvergiftungen beim Pferd, einer Tierart, die bekanntlich nicht erbrechen kann:
Unverzüglich in Wasser gelöstes Getreidemehl verabreichen.
Esarin- oder Esarin/Pilocarpinum-Injektion vornehmen. Injektion einer isotonischen Glukoselösung in hohen Dosen, um die Jodausscheidung zu begünstigen.
Einen Trank mit Natriumhyposulfit oder Kaliumbromid verabreichen.
Die obenstehenden Richtlinien betreffend Jod gelten auch für das Kalumjodid, dessen Verhältnis 1,90 g pro 100 g Twydil Dry-5 beträgt.
 

Wechselwirkungen

Keine Intoleranz anderer Medikamente oder von Tiernahrung.
 

Sonstige Hinweise

NUR ÄSSERLICH ANWENDEN
VOR GEBRAUCH KRÄFTIG SCHÜTTELN
Verfalldatum siehe Flasche
Arzneimittel sind für Kinder unerreichbar aufzubewahren.
 

Packungen

Twydil Dry-5 ist eine durchsichtige Polyethilenflasche zu 300 ml

Zulassung erloschen am: 31.03.2005

Abgabekategorie: D

Swissmedic Nr. 48'612

Informationsstand: 11/2000

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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