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Provet AG

Zweischicht-Retardbolus zur oralen Eingabe für Rinder

ATCvet-Code: QJ01E

 

Zusammensetzung

1 Bolus enthält: Sulfadimidin 27 g; Reduziertes Eisen 9,75 g
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

○ Eisen ● Sulfadimidin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Sulfadimidin wirkt bakteriostatisch gegen zahlreiche grampositive und gramnegative Bakterien (E.coli, Shigella-Arten, Klebsiella-Arten, Proteus vulgaris, Pasteurella-Arten, Staphylokokken-Arten, Streptokokken-Arten, Pneumokokken, Salmonellen-Arten, Actinomyces-Arten u.a.) sowie coccidiostatisch gegen verschiedene Eimeria-Arten (E.necatrix, E.maxima, E.brunetti, E.acervulina u.a.). Allerdings muss aufgrund der ungünstigen Resistenzlage bei den Sulfonamiden mit Resistenzen im gesamten Wirkungsspektrum gerechnet werden. Eine vorliegende Resistenz erstreckt sich stets auf die ganze Gruppe der Sulfonamide, nicht aber auf andere Chemotherapeutika.
 

Pharmakokinetik

Sulfadimidin wird nach oraler Applikation in Form von Pulver, Lösung bzw. Tabletten von allen Tierarten gut resorbiert; aufgrund protrahierter Resorption sind nach oraler Verabreichung z.T. länger wirksame Konzentrationen aufrechtzuerhalten als nach intravenöser Applikation. Die Halbwertszeit von Sulfadimidin bei Rindern beträgt 11 Stunden; wirksame Blutkonzentrationen (mindestens 20 µg/ml, besser 50 µg/ml) können mit Tagesdosen von 50-100 mg/kg aufrechterhalten werden. Besondere Verhältnisse ergeben sich nach oraler Applikation von Sulfadimidin bei Rindern und Kälbern (Fresser) in Form von Bovibol mit verzögerter Wirkstofffreigabe, welches nach einer einmaligen Verabreichung wirksame Blutkonzentrationen über 3-6 Tage aufrechterhält. Sulfadimidin verteilt sich über alle Körpergewebe und -flüssigkeiten.
Die Elimination von unverändertem und metabolisiertem Sulfadimidin erfolgt über die Niere, wobei insbesondere bei saurem Urin (Fleischfresser, Acidose) durch Überschreiten der Löslichkeitsgrenze eine Kristallausfällung auftreten kann.
Die akute und chronische Toxizität von Sulfadimidin ist gering. Eine Ausnahme sind Hühner, bei denen Sulfadimidin bereits im therapeutischen Dosisbereich toxische Reaktionen auslösen kann.
 

Indikationen

Therapie bakterieller Sekundärinfektionen bei enzootischer Bronchopneumonie des Rindes (Jungrinder ab 100 kg KGW) und deren Prophylaxe in besonders infektionsgefährdenden Haltungssituationen (Transport, Umstallung); Coccidiose.
 

Dosierung / Anwendung

Einmalige Verabreichung.
 
Es erhalten Kälber bzw. Rinder:
bis 100 kg KGW1 Bolus
mit 100-120 kg KGW1½ Bolus
über 120 kg KGW2 Boli
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht bei Milchmastkälbern und Milchkühen anwenden; schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen; Krankheiten, die mit verminderter Flüssigkeitsaufnahme bzw. Flüssigkeitsverlusten einhergehen; Acidurie, Schädigungen des hämopoetischen Systems, Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide.
 

Vorsichtsmassnahmen

Tiere nach Eingabe von Bovibol ausreichend tränken.
Selbsttränke kontrollieren.
 

Unerwünschte Wirkungen

Bisher keine bekannt.
 

Absetzfristen

21 Tage
 

Wechselwirkungen

Bisher keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Trocken lagern
 

Packungen

10 Boli zum Eingeben

Zulassung erloschen am: 31.12.1999

Abgabekategorie: A

 

Hersteller

Chevita GmbH, Pfaffenhofen (D)

Swissmedic Nr. 47'686

Informationsstand: 10/1996

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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