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Provet AG

Breitspektrum-Antibiotikum für Rinder

ATCvet-Code: QJ51R

 

Zusammensetzung

10 ml Suspension enthalten 231 mg Ampicillin × 3 H2O, entsprechend 200 mg Ampicillin und 440 mg Oxacillin-Natrium entsprechend 400 mg Oxacillin.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Ampicillin ● Oxacillin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Ampicillin besitzt sowohl in vitro als auch in vivo ein breites Wirkungsspektrum gegen grampositive und gramnegative Bakterien. Wie bei anderen Penicillinen beruht sein Wirkungsmechanismus auf einer Hemmung der Zellwandsynthese. Es zeigt eine deutliche Synergie mit Oxacillin (etwa 2 Stufen in der maximalen Hemmstoffkonzentration).
Oxacillin wirkt bakterizid gegen zahlreiche Streptokokken, Staphylokokken, Pneumokokken, Aktinomyzeten und Moraxella spp., wobei auch Beta-Laktamase-bildende Keime erfasst werden. Es besitzt in vitro eine gute Wirkung gegenüber Streptococcus agalactiae und Actinomyces pyogenes, die als Mastitiserreger eine erhebliche Bedeutung besitzten.
Die Feinstverteilung (Mikronisierung) der Wirkstoffe Ampicillin und Oxacillin ermöglicht vergrösserte Wirkoberflächen und die wasserfreie Formulierung in Kriechölen sichert die verbesserte Gewebspenetration.
Entsprechend neueren Ergebnissen der Mastitisforschung wird der Heilungserfolg der Euterbehandlung wesentlich mitbestimmt von der Methode des Einbringens des Medikamentes. Während die bisherige Behandlung konventionell die Einführung der Kanüle des Euterinjektors durch den Zitzenkanal tief in die Zitzenzisterne in der ganzen Kanülenlänge vorsieht, wurde für verbesserte therapeutische Ergebnisse die neue Methode der "Kurzkanüleninstillation" entwickelt.
Die neue Doppelfunktionskappe der Bayer Mastitis-Injektoren gibt dem Anwender nunmehr die Möglichkeit, nach eigenem Kriterium zwischen zwei Kanülenlängen bzw. Instillationsmöglichkeiten zu wählen.
 

Pharmakokinetik

Nach dreimal 10 ml Totocillin je Viertel innerhalb von 36 Stunden konnten im Blutserum 36 Stunden, im Harn 52 Stunden nach letzter Behandlung kein Wirkstoff festgestellt werden.
Nach dreimaliger Behandlung mit 10 ml Totocillin je Euterviertel im Abstand von 12 Stunden war, unabhängig von der Milchleistung, das Gemelk nach 72 Stunden frei von Wirkstoff.
 

Indikationen

Behandlung akuter und chronischer Euterentzündungen während der Laktation.
 

Dosierung / Anwendung

Vor Gebrauch schütteln.
10 ml Totocillin in jedes Euterviertel ein- bis dreimal im Abstand von 12-24 Stunden in den Strichkanal einspritzen.
Nach gründlichem Ausmelken und anschliessender Reinigung und Desinfektion der Zitzen und der Zitzenkuppen wird das Medikament intrazisternal instilliert.
 

1. Anwendung von Injektoren

Der geänderte Totocillin-Injektor ist für die "kurze" Instillationsmethode und für die "konventionelle" Instillation geeignet.
 
(a) "Konventionelle" Instillationsmethode
Wünscht der Anwender, gemäss der Instillationsmethode, die ganze Kanülenlänge in die Zitzenzisterne einzuführen, so braucht er nur wie bisher die Schutzkappe als Ganzes von der Injektorkanüle abzuziehen.
 
"Konventionelle" Instillationsmethode
(vollständige Einführung der Injektorkanüle in die Zitzenzisterne)
 
Bild 033
 
1.Ganze Schutzkappe entfernen.
2.Kanüle einsatzbereit für die "klassische" Instillation
3.Kanüle in voller Länge in die Zitzenzisterne einführen
 
(b) Kurze Instillationsmethode
Von der Injektorkanüle werden lediglich die letzten 3 - 4 mm der Kanülenspitze in den Zitzenkanal eingeführt und somit das Medikament möglichst schon im Zitzenkanal deponiert.
Diese "kurze" Instillationsmethode wird möglich dadurch, dass das oberste Ende der die Kanüle schützenden Injektorkappe abgebrochen werden kann und dann die letzten 3 - 4 mm der darunterliegenden Injektorkanüle freigibt.
Die Bruchstelle bildet gleichzeitig einen drahtlosen Doppelring als tellerartigen Anschlag, auf dem die Zitzenkuppe fixiert ist, während die kurze Kanülenspitze (nur 3 - 4 mm) in den Zitzenkanal hineinragt und hier das Medikament deponiert wird.
 
"Kurze" Instillationsmethode
(Einführung der Spitze der Injektorkanüle nur wenige mm.)
 
Bild 034
 
1.Kappenspitze abbrechen.
2.Kanüle einsatzbereit für die "kurze" Instillation
3.Kanüle (nur 3 - 4 mm) in den Zitzenkanal einführen.
 
Vor Gebrauch schütteln: Um Schüttelraum zu schaffen, wird hierzu nach Entfernung der Kanülen-Kappe am senkrecht (Kanüle oben) gehaltenen Injektor der Stössel einige mm zurückgezogen.
 

2. Verwendung von Mehrfachentnahmeflaschen

Es gelten gleichermassen o.a. Dosierungen.
Bei Verwendung der 100-ml-Flasche wird der Gummistopfen mit einer spitzen Nadel durchstochen und die Totocillin Suspension mit einer Spritze unter sterilen Kautelen entnommen. Zur i.z. Instillation wird anschliessend auf den (Record- oder Luer-) Konus der Spritze eine der beigefügten sterilen Euterkanülen (Kunststoff) aufgesteckt.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht anwenden bei Ampicillin- bzw. Oxacillinresistenten Bakterien.
Behandlung von gegen Penicilline und Cephalosporine überempfindlichen Tieren.
Schwere Nierenfunktionsstörungen mit Anurie oder Oligurie.
 

Vorsichtsmassnahmen

Keine erforderlich.
 

Unerwünschte Wirkungen

Allergische Reaktionen (allergische Hautreaktionen, Anaphylaxie)
Therapeutische Massnahmen:
-bei Anaphylaxie:
Adrenalin und/oder Kortikoide, i.v. (i.m.)
-bei allergischen Hautreaktionen:
Antihistaminika und/oder Kortikoide
 

Absetzfristen

Essbares Gewebe: 5 Tage
Milch: 5 Tage.
 

Wechselwirkungen

Es besteht ein potentieller Antagonismus zwischen Penicillinen und Antiinfektiva mit rasch einsetzender bakteriostatischer Wirkung (Tetracycline, Chloramphenicol, Erythromycin, Lincomycin).
Mischungen mit pH-Wertveränderungen vermeiden.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Nicht über 25°C lagern.
Das Arzneimittel nach Ablauf des Verfalldatums (siehe Faltschachtel oder Etikette) nicht mehr anwenden.
Mehrdosenbehältnis innerhalb von 6 Wochen nach Anbruch aufbrauchen.
 

Packungen

12 × 4 Injektoren mit 10 ml
Flaschen mit 100 ml/10 sterile Euterkanülen

Zulassung erloschen am: 31.12.2001

Abgabekategorie: A

 

Hersteller

Bayer AG, Leverkusen (D)

Swissmedic Nr. 43'981

Informationsstand: 10/1995

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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