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Veterinaria AG

Luteolytikum für Rinder, Pferde, Schweine und Schafe

ATCvet-Code: QG02AD93

 

Zusammensetzung

-Wirkstoff: Tiaprostum 0.15 mg
-Hilfsstoffe: Conserv.: Chlorocresolum 2.0 mg; Tromethaminum, Natrii chloridum, Ethanolum, aqua ad iniect. pro 1 ml
-galenische Form: Injektionslösung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Tiaprost
 

Eigenschaften / Wirkungen

Iliren ist eine gebrauchsfertige Injektionslösung eines synthetischen Derivates von Prostaglandin F2α. Es bewirkt die Rückbildung von Gelbkörpern oder Progesteron produzierendem Gewebe am Eierstock (Luteolyse).
 

Pharmakokinetik

Resorption und Ausscheidung verhalten sich bei untersuchten Tierarten Rind, Pferd und Schwein nach Gabe von radioaktivem Tiaprost etwa gleichartig. Maximale Konzentrationen werden nach 0,5 - 2 Stunden im Blut bzw. Plasma gefunden. Die Halbwertszeiten im Plasma betragen beim Rind 1,2 Stunden, beim Pferd 1,6 - 1,8 Stunden und beim Schwein 2 Stunden. Blutspiegel konnten bis 4 (Rind), 7 (Pferd) und 8 (Schwein) Stunden nach Applikation nachgewiesen werden.
 

Indikationen

Rind

Sub- und Anöstrie
Gelbkörper- und Follikel-Lutein-Zysten
Pyometra, chronische Endometritis
Abtreibung mumifizierter Foeten
Trächtigkeitsabbruch
Geburtseinleitung, Brunststeuerung und -synchroni­sa­tion
 

Stute

Anöstrie infolge persistierenden Gelbkörpers
Brunstinduktion nach Übergehen der Fohlenrosse
Brunstsynchronisation
Geburtseinleitung
 

Schwein

Geburtseinleitung
 

Schaf

Brunstsynchronisation (zyklische Schafe)
 

Dosierung / Anwendung

Rind:3,5 ml i.v. (vorzugsweise) 5 ml s.k. oder i.m.
Pferd:3 ml
Schwein:2 - 4 ml
Schaf:1 - 1,5 ml
 
Iliren ad us. vet. ist bei Pferd und Schwein intramuskulär zu verabreichen. Beim Rind vorzugsweise intravenöse Injektion. Eine subkutane Verabreichung oder eine intramuskuläre Injektion in die Hals- oder Ankonäenmuskulatur ist möglich.
Beim Schaf vorzugsweise subkutane Injektion.
Eine Verabreichung ins Fettgewebe kann eine unvollständige Resorption zur Folge haben.
Mit dem Auftreten von Anaerobierinfektionen ist zu rechnen, wenn Keime mit der Injektion in das Gewebe eingebracht werden. Das gilt insbesondere für die intramuskuläre Injektion. Injektionen in verschmutzte Hautbezirke sind daher unbedingt zu vermeiden. Vor der Applikation ist die Injektionsstelle gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.
 

Besondere Hinweise zur Anwendung von Iliren:

Rind
Sub- und Anöstrie
Voraussetzung für einen Behandlungserfolg von Iliren ist ein funktionsfähiges Corpus luteum (5. - 16. Zyklustag). Da ein Gelbkörper aber nicht immer sicher diagnostiziert werden kann, bieten sich folgende Behandlungsmethoden an:
a) Nach einer ersten Injektion werden nur Tiere besamt, bei denen Brunsterscheinungen erkennbar sind, im allgemeinen am 3. - 4. Tag nach der Injektion. Sofern keine Brunst eintritt, ist die Injektion nach 11 Tagen zu wiederholen. Die Besamung sollte dann am 3. und 4. Tag (Doppelbesamung) nach der 2. Behandlung erfolgen, auch wenn keine Brunsterscheinungen zu beobachten sind.
b) Gute Resultate bei einmaliger Injektion sind auch zu erzielen, wenn erkennbar brünstige Tiere am Ende der Brunst besamt werden und von den übrigen Tieren zusätzlich jene belegt werden, die anlässlich einer Untersuchung am 4. Tag nach der Injektion innere Brunstsymptome zeigen.
 
Gelbkörper- und Follikel-Lutein-Zysten
Eine Erfolgskontrolle und ggf. Nachbehandlung nach 10 Tagen ist immer dann angezeigt, wenn bis dahin keine Brunst aufgetreten ist. Da Follikel-Theka- und Follikel-Lutein-Zysten klinisch kaum zu unterscheiden sind, wird bei ausbleibendem Behandlungserfolg der Einsatz von Receptal (Gonadotropin-Releasing-Hormon) empfohlen.
 
Pyometra, chronische Endometritis
Bei der Behandlung von Pyometren kommt es infolge Luteolyse meistens innerhalb von 1 - 2 Tagen zur Entleerung des Uterusinhaltes. Gegebenenfalls ist die Injektion nach 10 - 14 Tagen zu wiederholen. Die Behandlung von Endometritiden ist nur dann sinnvoll, wenn ein Gelbkörper am Ovar festzustellen ist, da ein therapeutischer Erfolg nur über die Induktion eines neuen Zyklus erwartet werden kann. Auch hier ist eventuell eine Wiederholung der Injektion nach 10 - 14 Tagen notwendig.
 
Trächtigkeitsabbruch
Iliren sollte nur bis zum 150. Trächtigkeitstag eingesetzt werden, da ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mit ausreichenden Behandlungserfolgen gerechnet wer­den kann. In jedem Fall sollten behandelte Tiere nachuntersucht werden.
 
Geburtseinleitung
Eine Geburtseinleitung ist in der Endphase der Gravidität möglich. Der Geburtseintritt erfolgt im allgemeinen innerhalb von 36 Stunden nach der Behandlung. Da mit einem erhöhten Auftreten von Nachgeburtsverhaltungen gerechnet werden muss, kann die Behandlung nur in besonderen Fällen (z.B. verlängerter Tragezeit) empfohlen werden.
 
Brunststeuerung und -synchronisation bei Kühen und Rindern
Bei bekanntem Zyklusstand ist es möglich, den Brunsteintritt durch eine einmalige Behandlung mit Iliren zwischen dem 5. und 16. Zyklustag zu steuern. Ist der Zyklusstand der zu synchronisierenden Tiere nicht bekannt, muss Iliren zweimal im Abstand von 11 Tagen verabreicht werden. Hinsichtlich des günstigen Besamungszeitpunktes siehe "Sub- und Anöstrie".
 
Pferd
Anöstrie infolge persistierenden Gelbkörpers
-bei verlängertem Dioestrus
-während der Laktation
-nach embryonalem Fruchttod und -resorption
-bei Scheinträchtigkeit
-bei Maidenstuten und güsten Stuten
Eine Brunst tritt im allgemeinen 2 - 4 Tage nach der Behandlung ein. Da Iliren nur bei funktionstüchtigem Gelbkörper wirksam ist, lassen Behandlungsversager auf funktionslose Ovarien (Azyklie) oder eine Anwendung des Präparates in der Refraktärphase (4 - 5 Tage nach erfolgter Ovulation) schliessen.
 
Brunstinduktion nach Übergehen der Fohlenrosse
Anwendung 6 - 10 Tage nach der in der Fohlenrosse erfolgten Ovulation oder aber 20 Tage nach der Geburt.
 
Brunstsynchronisation
Frühester Behandlungszeitpunkt ist der 5. - 6. Tag nach einer Ovulation.
 
Geburtseinleitung
Der Geburtseintritt erfolgt im allgemeinen 1 - 3 Stunden nach der Injektion. Zur Vermeidung von Frühgeburten und Nachgeburtsverhaltungen muss sichergestellt sein, dass die normale Trächtigkeitsdauer abgelaufen und die Milchdrüse zur Laktation bereit ist.
 
Schwein
Geburtseinleitung
Iliren sollte nicht vor dem 111. Trächtigkeitstag (Tag 0 = 1. Tag der Rausche) verabreicht werden, da sonst mit Frühgeburten gerechnet werden muss. Der Geburtseintritt erfolgt im allgemeinen innerhalb von 21 - 30 Stunden nach der Injektion.
 
Schaf
Brunstsynchronisation (zyklische Schafe)
Iliren ist zweimal im Abstand von 14 Tagen zu injizieren. Der Brunsteintritt erfolgt 2 - 3 Tage nach der letzten Behandlung.
Bei natürlicher Paarung sollten einem Bock nicht mehr als 5 weibliche Schafe pro Tag zugeführt werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht an tragende Tiere, ausgenommen zwecks Trächtigkeitsabbruch, verabreichen.
 

Unerwünschte Wirkungen

Bei Stuten kann es 10 bis 20 Minuten nach der Verabreichung zu vorübergehender Schweissabsonderung kommen. Auch bei Sauen können gelegentlich vermehrter Harn- und Kotabsatz sowie leichte Unruheerscheinungen nach der Injektion auftreten. Diese Symptome sind harmlos und klingen ohne Behandlung innerhalb kurzer Zeit ab.
Unverträglichkeitserscheinungen nach Anwendung von Iliren bei Stuten mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, des Atmungsapparates oder des Darmtraktes sind bisher nicht beobachtet worden, jedoch nicht völlig auszuschliessen.
 

Absetzfristen

Essbares Gewebe:

Rind, Schwein, Schaf:  2 Tage
Pferd:  4 Tage
 

Milch:

Rind, Schaf:  1 Tag
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Lagerung bei Raumtemperatur (15 - 25°C).
Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 60 Tage.
Medikament, ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Bei eventueller Kontamination der Haut soll diese sofort mit Wasser und Seife gereinigt werden. Iliren ist von Schwangeren fernzuhalten. Asthmatiker und Patienten mit anderen Erkrankungen der Atemwege sollen mit Iliren ebenfalls nicht in Berührung kommen.
 

Packungen

Schachtel mit 5 Flaschen zu 10 ml

Zulassung erloschen am: 18.10.2009

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 42'691

Informationsstand: 09/2004

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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