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Vetoquinol AG

Muskelrelaxans zum medikamentösen Niederlegen und zur Sedation des Pferdes

ATCvet-Code: QM03BX90

 

Zusammensetzung

500 ml Infusionslösung enthalten: 
Guaifenesinum75 g
Glucosum anhydricum22.73 g
Propylenglycolum, N-Methyl-pyrrolidonum, Aqua ad injectabilia
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

○ Glucose ● Guaifenesin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Myolaxin 15% enthält als Wirkstoff Guajakolglyzerinäther (Guaifenesin) in stabiler 15%iger Lösung. Guajakolglyzerinäther ist ein zentral wirkendes Muskelrelaxans, das vorwiegend die Zwischenneurone im Hirnstamm und im Rückenmark blockiert. Im Gegensatz zu peripher wirkenden Relaxantien, wie Succinylcholin, beeinträchtigt Myolaxin die Atmung nicht und führt wegen seines hypnotischen Effektes nicht zu Erregungszuständen. Klinisch wird unter Myolaxin 15% eine dosisabhängige Sedation und Erschlaffung der Skelettmuskulatur beobachtet, die zum ruhigen Niederlegen des Pferdes führt. Bei schneller Infusion innerhalb von ca. 2 Minuten erübrigt sich die zusätzliche Verabreichung eines Thiobarbiturates für das reine Niederlegen.
Die Wirkungsdauer beträgt bei der paralytischen Dosis ungefähr 15 Minuten, wonach sich das Pferd wieder in Brustlage erhebt und meist innerhalb von 45 Minuten aufsteht.
Myolaxin 15% kann bei entsprechender Dosierung zur kurzfristigen Sedation verwendet werden, vor allem, wenn durch Neuroleptika und Analgetika kein befriedigender Erfolg zu verzeichnen ist.
Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die 15%ige Lösung beim Pferd keine hämolytischen Nebenwirkungen hat. Die unerwünschten Effekte auf den Zirkulationsappparat (Blutdrucksenkung) sind innerhalb der angegebenen Dosierung gering.
 
Myolaxin 15% wirkt nicht analgetisch. Für chirurgische Eingriffe ist deshalb eine zusätzliche Narkose (Thiobarbiturat, Isofluran), ein Chloralhydratrausch oder eine Lokalanästhesie erforderlich. Dabei wird die Wirkung parenteral verabreichter Narkotika potenziert (potenzierte Narkose).
 

Pharmakokinetik

Guaifenesin wird ausschliesslich intravenös infundiert, wodurch ein sehr rascher Wirkungseintritt gegeben ist. Guaifenesin wird in der Leber metabolisiert. Die kurze Wirkung beruht auf einer Umverteilung des Guaifenesins in andere Gewebe. Die Plasmahalbwertszeit beträgt zwischen 60 und 80 Minuten. Nachinfusionen von mehr als 150 mg/kg verlängern die Aufwachphase.
 

Indikationen

Medikamentöses Niederlegen und Sedation des Pferdes.
 

Dosierung / Anwendung

Das medikamentöse Niederlegen erfolgt durch Infusion von 60 - 80 ml Myolaxin/100 kg KGW (= 90 - 120 mg/kg) innerhalb von 2 Minuten. Dazu ist ein gut in der Vene sitzender Trokar von 3 mm Innendurchmesser und ein Verbindungsschlauch mit der gleichen Weite notwendig. Die Infusion wird durch Zusammendrücken des Myolaxin-Beutels beschleunigt.
Bei langsamer Infusion muss ein kurz wirkendes Barbiturat (z.B. Thiamylal 0,5 g/100 kg ) entweder in die Lösung gegeben oder während der Myolaxin-Infusion (beim Schwanken des Pferdes als Sturznarkose) verabfolgt werden.
Grundsätzlich sollten nur ruhige Pferde, d.h. sedierte Pferde abgelegt werden. Zur Sedation empfiehlt sich Acepromacin (10 mg/100 kg KGW) i.v. 15 Minuten vor der Applikation von Myolaxin oder eine Kombination von Acepromacin 10 mg/100 kg KGW mit L-Methadon 5 mg/100 kg KGW. Wie andere zur Narkose verwendete Stoffe sollte Myolaxin nach den Prinzipien der Anästhesiologie nach klinischer Voruntersuchung verwendet werden. Pferde sollten grundsätzlich vor dem Ablegen 12 Stunden gefastet haben.
 
Myolaxin 15% hat eine sehr grosse therapeutische Breite und kann deshalb nach Schätzung des Gewichtes appliziert werden.
Zur Sedation wird Myolaxin nach Wirkung injiziert, um ein Niederstürzen des Pferdes zu verhindern. Damit kann vor allem eine ungenügende Sedation durch andere Sedativa verstärkt werden. Als Richtdosis gilt 30 ml Myolaxin/100 kg KGW (= 45 mg/kg).
 

Unerwünschte Wirkungen

In seltenen Fällen kann Myolaxin auch unter Einhaltung der erforderlichen tierärztlichen Sorgfaltspflicht zu Venenschäden (Venenthrombosen) führen.
Unerwünschte Effekte (Streckspasmen) treten erst bei Verdoppelung der unten angegebenen paralytischen Dosierung auf; die letale Dosis beträgt mehr als die dreifache therapeutische Dosis.
 

Absetzfristen

Bei Pferden, die zur Schlachtung bestimmt sind, ist nach der letztmaligen Behandlung eine Absetzfrist von 6 Monaten für essbares Gewebe und Milch einzuhalten. Für die Arzneimittelbehandlung besteht eine Dokumentationspflicht.
Bei Pferden, die gemäss Pferdepass zeitlebens als Heimtiere deklariert sind, entfallen die Angaben zur Absetzfrist.
 

Sonstige Hinweise

Vor Licht schützen und bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern.
Aufbrauchsfrist nach 1. Entnahme: 2 Wochen.
Medikament zum Schutz der Kinder sicher aufbewahren!
 

Packungen

Infusionsbeutel zu 500 mL

Zulassung erloschen am: 14.09.2011

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 40'988

Informationsstand: 05/2007

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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