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Chassot AG

Muskelrelaxans zum medikamentösen Niederlegen und zur Sedation beim Rind

ATCvet-Code: QM03

 

Zusammensetzung

Guaifenesinum 50 g, Glucosum anhydricum 45,46 g (ut G. monohydricum 50 g), Antiox.: E 223, Excipiens pro solutionem ini. ad 1000 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

○ Glucose ● Guaifenesin
 

Zielspezies

Rind
 

Eigenschaften / Wirkungen

MYOLAXIN enthält als Wirkstoff Guajakolglyzerinäther (Guaifenesinum) in stabiler, 5%iger Lösung. Guajakolglyzerinäther ist ein zentral wirkendes Muskelrelaxans, das vorwiegend die Zwischenneurone im Hirnstamm und im Rückenmark blockiert. Im Gegensatz zu peripher wirkenden Relaxantien, wie Succinylcholin, beeinträchtigt MYOLAXIN die Atmung nicht und führt wegen seines hypnotischen Effektes nicht zu Erregungszuständen. Klinisch wird unter MYOLAXIN eine dosisabhängige Sedation und Erschlaffung der Skelettmuskulatur beobachtet, die zum Niederlegen des Rindes führt. Bei schneller Infusion innerhalb von ca. 2 Minuten erübrigt sich die zusätzliche Verabreichung eines Thiobarbiturates. Die Wirkungsdauer beträgt bei der paralytischen Dosis ungefähr 15 Minuten, wonach sich das Rind wieder in Brustlage erhebt und meist innerhalb von 45 Minuten aufsteht. Die 5%ige Lösung hat beim Rind keine hämolytischen Nebenwirkungen. Die unerwünschten Effekte auf den Zirkulationsapparat (Blutdrucksenkung) sind innerhalb der angegebenen Dosierung gering. MYOLAXIN hat eine sehr grosse therapeutische Breite und kann deshalb nach Schätzung des Gewichtes appliziert werden. Unerwünschte Effekte (Streckspasmen) treten erst bei Verdoppelung der unten angegebenen paralytischen Dosierung auf; die Letaldosis beträgt mehr als die dreifache therapeutische Dosis. MYOLAXIN wirkt nicht analgetisch. Für chirurgische Eingriffe ist deshalb eine zusätzliche Narkose (Thiobarbiturat, Halothan), ein Chloralhydratrausch oder eine Lokalanästhesie erforderlich. Dabei wird die Wirkung parenteral verabreichter Narkotika potenziert (potenzierte Narkose).
 

Indikationen

Medikamentöse Niederlegung, Sedation.
 

Dosierung / Anwendung

120 - 200 ml MYOLAXIN/100 kg KGW innerhalb von 2 Minuten. Dazu ist ein gut in der Vene sitzender Trokar von 3 mm Innendurchmesser und ein Verbindungsschlauch mit der gleiche Weite notwendig. Bei langsamer Infusion muss ein Thiobarbiturat (z.B. 0,5 g/100 kg SURITAL oder Thiopental) entweder in die Lösung gegeben oder während der MYOLAXIN-Infusion (beim Schwanken des Rindes als Sturznarkose) verabfolgt werden. Zur Sedation wird MYOLAXIN nach Wirkung injiziert, um ein Niederstürzen des Rindes zu verhindern. Damit kann vor allem eine ungenügende Sedation durch andere Sedativa verstärkt werden. Als Richtdosis gilt 60 ml MYOLAXIN/100 kg KGW.
 

Sonstige Hinweise

Wie andere zur Narkose verwendeten Stoffe sollte MYOLAXIN nach den Prinzipien der Anästhesiologie nach klinischer Voruntersuchung verwendet werden. Rinder sollten grundsätzlich vor dem Ablegen 24 Stunden gefastet haben. Das Niederlegen kann abrupt erfolgen; daher sollte eine weiche Ablegefläche vorbereitet sein und das Tier am Kopf gehalten werden, um Verletzungen zu vermeiden.
Medikamente zum Schutz der Kinder sicher aufbewahren.
 

Lagerung und Haltbarkeit

Vor Licht schützen.
 

Packungen

Infusionsflasche zu 1000 ml

Abgabekategorie: B

 

Hersteller

Chassot AG, Belp-Bern

Swissmedic Nr. 40'988

Informationsstand: 11/1994

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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