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Chassot AG

ATCvet-Code: QG03

 

Zusammensetzung

Chlormadinonum aceticum (6-Chlor-6-dehydro-17-alpha-acetoxyprogesteron) 10 mg, Excipiens pro compresso
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Chlormadinon
 

Zielspezies

Wiederkäuer, Pferd
 

Eigenschaften / Wirkungen

FERTILETTEN enthalten das synthetische Progesteronderivat Chlormadinonacetat (CAP). Es besitzt starke gestagene, antiöstrogene und antiandrogene Wirksamkeit und zeichnet sich durch seine gute Verträglichkeit aus. Hohe Gestagendosen bewirken eine vorübergehende Hemmung der LH-Inkretion, auf die dann reaktiv eine Aktivitätssteigerung der Gonadotropin-Inkretion erfolgt. Dieser Rebound-Effekt kann ausgenützt werden zur Brunstinduktion sowie zur Behandlung von Anöstrie und Ovarialzysten. Bei zystisch veränderten Ovarien mit den klinischen Erscheinungsformen der Nymphomanie oder der Azyklie ist der Progesteroneinsatz indiziert, da sich ein Defizit in der LH-Inkretion ausbildet, wodurch die Induktion der Ovulation ausbleibt. Dabei kommt es zu einer FSH-Dominanz, die das Follikelwachstum weiter stimuliert und so zu einer zystischen Entartung führen kann. Eine therapeutische Angriffsmöglichkeit gegen diese Dysfunktion des Hypothalamus-Hypophysen-Systems besteht in der Gestagenapplikation, um die Gonadotropin-Inkretion der Adenohypophyse zu stimulieren. Andererseits besteht die Möglichkeit, durch LH-Applikation (siehe PRAELUTIN) die Ovulation direkt auszulösen, was bei Fällen, die auf eine Gestagentherapie nicht ansprechen, angezeigt ist. Der Rebound-Effekt kann weiterhin bei funktionslosen Ovarien mit Anöstrie (Azyklie) genutzt werden, wobei die wiederholte Verabreichung hoher Dosen bessere Therapieerfolge bringt. Die Steuerung der Ovarfunktion zur Brunstsynchronisation und die Sterilitäsprophylaxe post partum sind weitere Einsatzmöglichkeiten, bei denen nach Beendigung der LH-Blockade mit CAP eine verstärkte Induktion der Ovartätigkeit über den positiven Feedback-Mechanismus erfolgt. Die Östrogenausscheidung ist während der nachfolgenden Brunst erhöht, mit einem starken präovulatorischen Anstieg.
 

Indikationen

Gestagentherapie zur Brunstsynchronisation und Sterilitätsbehandlung bei Wiederkäuern und Pferden.
 

Dosierung / Anwendung

Bei Kühen mit funktionierendem Sexualzyklus können beim therapeutischen Einsatz von Gestagenen erhöhte Dosen notwendig werden; desgleichen bei Tieren mit hohem Körpergewicht und bei Anwendung im Frühjahr und Sommer (sog. Anöstrusperiode der Wiederkäuer). In diesen Fällen kann die Dosis zum therapeutischen Einsatz von 10 mg auf 20 mg CAP täglich erhöht werden, bei einer Applikationsdauer von 10 Tagen.
 
RindFertiletten mite
 
Ovarialzysten (Nymphomanie, Azyklie)1-2 Tabl. täglich
 
Behandlungsdauer bei frühzeitiger Diagnose (etwa innerhalb von 2 Monaten p.p.)5 Tage
 
bei älteren Zysten15-20 bzw. 10 Tage
 
Das Abdrücken der Zysten kann zusätzlich vorgenommen werden. Zur Senkung der Rezidivhäufigkeit kann die Injektionstherapie (PROGESTERON) mit der oralen Therapie kombiniert werden.
 
Klinische Untersuchungen (ANETZHOFER, J.) im Rahmen einer interdisziplinären Untersuchung über gehäufte Fruchtbarkeitsstörungen beim Rind in der Schweiz konnten bei frühzeitiger Diagnose den hohen Wert einer 5-tägigen Therapie belegen. Die Kurzzeit-Therapie führte bei 96% der Tiere zur Trächtigkeit. Die Konzeptionsrate nach Erstbesamung betrug 56% bei sehr niedriger Rezidivhäufigkeit (13%) und einem Besamungs-Konzeptions-Index von 1,64 +/- 0,86, der demjenigen gesunder Tiere entspricht. Das Zeitintervall zwischen Therapie und Brunst betrug im Mittel 42,6 Tage. Die Zeitspanne Geburt - Konzeption (Serviceperiode) konnte beträchtlich verkürzt werden. Sie betrug im Mittel 94 Tage, was einer etwa 10-tägigen Verkürzung entspricht.
 
RindFertiletten mite
 
Kleinzystische Ovardegeneration
Multiple Follikelbildung und Atresie
1 Tablette täglich über 10-15 Tage
 
Sterilitätsprophylaxe post partum1 Tablette täglich
Beginn der Verabreichung15-30 Tage nach dem Abkalben
Dauer der Verabreichung15-20 Tage
 
Anöstrie, Stillbrünstigkeit1 Tablette täglich über 10 Tage
 
Brunstinduktion bei Azyklie1 Tablette täglich über 10-20 Tage
 
Synchronisation der Brunstzyklen einer Herde1 Tablette täglich über 15-20 Tage
 
Nach Beendigung der Behandlung setzt die Brunst in der Mehrzahl der Fälle am 3. - 4. Tag, nach Zystenbehandlung innerhalb von 1 - 2 Wochen ein und die Besamung kann vorgenommen werden. Die zweite Brunst nach der Behandlung ist fruchtbarer als die erste. Sie weist eine höhere Konzeptionsrate auf. Bei Kühen mit Disposition zur Dysregulation steht die Wiederholungsbrunst jedoch bereits wieder unter dem Risiko der Dysregulation. Zur Verstärkung der Brunstinduktion mit optimaler Synchronisation nach der CAP-Behandlung können am 5. Tag nach der letzten CAP-Applikation 2000-5000 IE Choriongonadotropin (s. PRAELUTIN) i.v. injiziert werden.
 
Schaf, ZiegeFertiletten mite
 
Anöstrie, Stillbrünstigkeit½ Tablette täglich über 10-14 Tage
Brunstinduktion bei Azyklie½ Tablette täglich über 20 Tage
 
Pferd
Subfunktion oder Afunktion der Ovarien (Anöstrie, Azyklie), Nymphomanie, symptomlose Sterilität bei physiologischem Uterusbefund, Brunstverschiebung (mindestens 3 Tage vor der Rosse beginnen).
1 Tablette Fertiletten mite täglich über 20 Tage.
 

Anwendung:

Jedes Tier muss täglich die genaue Tagesdosis erhalten, um den Erfolg der Behandlung zu gewährleisten. Dazu empfiehlt sich die direkte Eingabe. Die Tabletten sind geschmacklich so abgestimmt, dass sie von vielen Tieren sofort aus der Hand oder Krippe genommen werden. Fast alle Tiere nehmen nach der 1. Verabreichung - möglichst ohne Zwang - die Tablette spontan, z.T. sogar gierig auf. Tieren ohne spontane Aufnahme kann die Tablette eingegeben oder mit dem Kurzfutter zerdrückt oder unzerdrückt verabreicht werden. Dabei ist die Aufnahme durch Nachbartiere zu verhindern.
 

Absetzfristen

Essbares Gewebe: 7 Tage, Milch: 0 Tage.
 

Sonstige Hinweise

Medikamente zum Schutz der Kinder sicher aufbewahren.
 

Packungen

Schachtel mit 20 und 500 Tabletten

Abgabekategorie: B

 

Hersteller

Chassot AG, Belp-Bern

Swissmedic Nr. 40'799

Informationsstand: 08/1994

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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