HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!

Pharmacia AG

Ultrakurznarkotikum für Tiere; Trockensubstanz zur intravenösen Injektion nach Lösung

ATCvet-Code: QN01

 

Zusammensetzung

1 Injektionsflasche mit 5,35 g Trockensubstanz enthält: Wirkstoff: 5 g 5-allyl-5-(1-methylbutyl)thiobarbi­tursäure, Natriumsalz (Thiamylal-Natrium), Hilfsstoff: Natriumcarbonat
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Thiamylal
 

Eigenschaften / Wirkungen

Surital (Thiamylal-Natrium) ist ein gut verträgliches, kurz wirkendes, intravenös zu verabreichendes Anästhetikum. Bei richtiger Anwendung erreicht man mit Surital eine exzitationsfreie und rasche Narkose mit schnellem, umkompliziertem Erwachen. Die Anwendungstechnik unterscheidet sich nicht wesentlich von Präparaten ähnlicher Art.
 

Indikationen

Surital, intravenös verabreicht, kann zur Narkose in der Grosstier- und Kleintier-Chirurgie Anwendung finden. Es ermöglicht die Intubation und dient zur Einleitung einer Narkose mit anderen Anästhetika. Es kann angewendet werden bei Hunden, Katzen, Pferden, Schweinen und Rindern.
 

Dosierung / Anwendung

Die Dosierungsangaben für Kleintiere, Pferde, Schweine und Rinder sind unten angegeben. Dies sind Normaldosen. Die Surital-Injektion und die Dosierung erfolgen nach den bekannten Symptomen, die eine entsprechende Tiefe der Narkose anzeigen (Reflexe, Muskeltonus).
 

Kleintiere:

Die optimale Konzentration von Surital bei Hunden und Katzen liegt aus Gründen der Sicherheit, Wirksamkeit und Bequemlichkeit bei 4%. Die ungefähre Menge zur Erreichung einer Anfangsnarkose bei durchschnittlich grossen Hunden und Katzen berechnet man mit:
1 ml der 4%igen Lösung (=40 mg Surital) pro 2,3 kg KGW bei intravenöser Applikation.
 
Dosierungstabelle:
für ca.  1 kg KGW:0,43 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 17,4 mg Surital)
für ca.  2 kg KGW:0,87 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 34,8 mg Surital)
für ca.  3 kg KGW:1,30 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 52,2 mg Surital)
für ca.  4 kg KGW:1,74 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 69,6 mg Surital)
für ca,  5 kg KGW:2,17 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 87,0 mg Surital)
für ca. 10 kg KGW:4,35 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 174,0 mg Surital)
für ca. 20 kg KGW:8,70 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 348,0 mg Surital)
für ca. 25 kg KGW:10,87 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 435,0 mg Surital)
für ca. 30 kg KGW:13,00 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 522,0 mg Surital)
für ca. 60 kg KGW:26,00 ml der 4%igen Lösung
(entspr.1044,0 mg Surital)
 
Bei Katzen ist es, um genauer dosieren zu können, ratsam, die 4%ige Lösung von Surital mit der gleichen Menge sterilen, destillierten Wassers, das keine Konservierungsmittel enthält, zu verdünnen (jetzt 2 ml für 2,3 kg KGW).
Erfahrungsgemäss benötigen jüngere Tiere eine etwas höhere Dosierung als ältere. Zusätzliche Mengen des Narkotikums können bei Bedarf jederzeit nachgespritzt werden; in diesen Fällen wird man 14 bis 13 der Initialdosis zum Zwecke der Narkoseverlängerung wählen. Das Wiedererwachen aus einer Surital-Narkose erfolgt gewöhnlich rasch und ohne unerwünschte Nebenerscheinungen. Nach 1-2 Stunden haben sich die Tiere meist erholt und können oft schon kurz nach Beendigung der Operation entlassen werden.
 

Schweine:

Bei Schweinen kann die Surital-Lösung entweder in die äussere Ohrvene oder in die vordere Vena cava injiziert werden. Bei der Verabreichung in die vordere Vena cava sollte man das Tier auf den Rücken drehen, dann die Vorderpfoten nach hinten ziehen und den Kopf auf die Tischplatte legen. Bei dieser Lage werden Haut und Muskulatur über der Zervikalvene geglättet. Eine 16er-Nadel von ungefähr 5 - 7,5 cm Länge auf einer 20-ml-Spritze wird parallel zum vorderen Brustbein, etwa 1,3 cm seitlich davon, eingestochen. Indem man die Nadel dann leicht nach hinten und zur Mitte und rückwärts genau zwischen die Schulterblätter richtet, kann man die vordere Vena cava treffen. Zeichen für eine gelungene Einführung ist das Auftreten von Blut in der Spritze bei Aspiration.
Die Normaldosis für Schweine beträgt: 1 ml der 4%igen Lösung (=40 mg Surital) pro 2,3 kg KGW intravenös. Zur Narkoseverlängerung kann 14 bis 13 der Originaldosis nachinjiziert werden.
 
Dosierungstabelle:
für ca.  5 kg KGW:2,17 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 87,0 mg Surital)
für ca. 10 kg KGW:4,35 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 174,0 mg Surital)
für ca. 50 kg KGW:21,80 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 870,0 mg Surital)
für ca.100 kg KGW:43,50 ml der 4%igen Lösung
(entspr.1740,0 mg Surital)
 

Pferde:

Grundsätzlich dürfen nur ausgeprägt sedierte Pferde mit Surital narkotisiert werden. Wenn immer möglich, ist zum Ablegen eines Pferdes zusätzlich Guajacolglyzerinäther zu verwenden. Surital wird entweder in die Lösung gegeben oder beim Schwanken des Pferdes als "Sturznarkose" verabreicht. Die Surital-Narkose kann durch die Nachinjektion der halben Einleitungsdosis verlängert werden. (Max. Narkosedauer 30 Minuten). Bei Pferden kann Surital in unten angegebener Konzentration direkt in die Jugularvene injiziert werden. Man berechnet für eine oberflächliche Narkose: 200 ml einer 0,5%igen Lösung für ein Tier von 225 kg (entsprechend 1000,0 mg Surital). Wenn eine tiefere Narkose gewünscht wird, sollte die optimale Konzentration von Surital 4%ig sein und man gibt 25 ml der 4%igen Lösung (=1000 mg Surital) pro ca. 135 kg KGW.
 
für ca. 100 kg KGW:20 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 800 mg Surital)
für ca. 500 kg KGW:100 ml der 4%igen Lösung
(entspr.4000 mg Surital)
 
Bei dieser Dosierung (20 ml der 4%igen Lösung auf ca. 100 kg KGW) dauert die chirurgische Narkose ca. 10 bis 25 Minuten mit einer vollständigen Erholung nach 30-90 Minuten. Falls gewünscht, kann zur Verlängerung der Narkose die Hälfte der Orginaldosis der 4%igen Surital-Lösung beliebig nachinjiziert werden. Eine Verlängerung der Narkose kann auch erzielt werden durch zusätzliche Inhalation von Äther und/oder Halothan.
 

Rinder:

Bei Rindern wird Surital intravenös in einer 2%igen oder 4%igen Lösung angewendet: 1 ml der 2%igen Lösung (=20 mg Surital) pro 2,27 kg KGW.
 
Dosierungstabelle:
für  22,7 kg KGW:10 ml der 2%igen Lösung
(entspr. 200,0 mg Surital)
für  45,4 kg KGW:20 ml der 2%igen Lösung
(entspr. 400,0 mg Surital)
für 227,0 kg KGW:100 ml der 2%igen Lösung
(entspr. 2000,0 mg Surital)
für 454,0 kg KGW:200 ml der 2%igen Lösung
(entspr. 4000,0 mg Surital)
für 499,4 kg KGW:220 ml der 2%igen Lösung
(entspr. 4400,0 mg Surital)
 
1 ml der 4%igen Lösung (=40 mg Surital) pro 3,2 kg KGW
 
Dosierungstabelle:
für  32,0 kg KGW:10 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 400,0 mg Surital)
für  64,0 kg KGW:20 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 800,0 mg Surital)
für 160,0 kg KGW:50 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 2000,0 mg Surital)
für 320,0 kg KGW:100 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 4000,0 mg Surital)
für 480,0 kg KGW:150 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 6000,0 mg Surital)
für 502,4 kg KGW:157 ml der 4%igen Lösung
(entspr. 6280,0 mg Surital)
 
Die Narkose dauert bei beiden Konzentrationen durchschnittlich 15 Minuten mit einer Erholung nach 30 Minuten bis zu 2 Stunden. Für längere Narkosen ist das Nachinjizieren einer zusätzlichen Menge der eben genannten Konzentrationen erforderlich. Bei Rindern erzielt die 2%ige oder 4%ige Surital-Lösung eine befriedigende chirurgische Anästhesie ohne jegliche Exzitationen oder andere Nebenerscheinungen. Atem- und Herzfrequenz sind nach Injektion deutlich erhöht.
 

Hinweise zur Anwendung

Die Vorbereitung des Patienten für die Surital-Narkose unterliegt den üblichen Massnahmen. Wie bei allen Barbituraten sollte die Narkose wenn immer möglich erst nach sedativer Prämedikation eingeleitet werden. Zusätzlich sollten Hunde und Katzen vor der Narkose atropinisiert werden. Wie üblich ist der Narkose-Verlauf sorgfältig zu beobachten. Für freie Atemwege sollte während der ganzen Narkosedauer gesorgt werden. Um die Patienten schnell unter Kontrolle zu bekommen, injiziert man den ersten Teil der Dosis ziemlich rasch, während man den Rest bis zum Erreichen der gewünschten Wirkung langsam nachinjiziert. Bei Kleintieren sollte man darauf achten, dass der Magen leer ist. Die Erhohlung aus der Narkose kann verzögert sein bei Tieren, die schlecht ernährt sind oder eine Untertemperatur zeigen oder wenn zur Verlängerung des chirurgischen Eingriffes Surital nachinjitiert werden muss.
 

Hinweise zur Herstellung der injektionsbereiten Lösung:

Vor Herstellung der Lösung achten Sie auf die Etikettangabe, welche Menge Surital die betreffende Abfüllung enthält. Da Surital-Lösungen nicht durch Erhitzen sterilisiert werden können, sollen sie unter aseptischen Bedingungen zubereitet werden. Als Lösungsmittel wird Aqua dest. oder physiologische Kochsalzlösung in steriler Form ohne Konservierungsmittel verwendet. Das Lösungsmittel soll keine Substanzen wie Phenol, Dextrose oder Pufferwirkstoffe enthalten, da sich Niederschläge (oder Ausfällungen) bilden können.
 
Surital          Benötigte Flüssigkeit zur
                 Herstellung einer Lösung
Lösung           0,5%     1%     2%     4%
1 g Surital in   200 ml 100 ml  50 ml  25 ml
5 g Surital in  1000 ml 500 ml 250 ml 125 ml
 
Die frische, unter sterilen Kautelen hergestellte Lösung ist anfänglich klar, wird aber bei längerem Stehen wolkig. Lösungen, die nicht vollkommen klar bzw. nicht vollständig gelöst sind, dürfen nicht verwendet werden. Luft beschleunigt im allgemeinen die Wolkenbildung. Es ist daher ratsam, vor Entnahme aus der Ampulle keine Luft in diese zu injizieren. Zur Injektionen dürfen nur Lösung mit Zimmertemperatur verwendet werden.
 
Die zubereitete Lösung ist bei Raumtemperatur innert 24 Stunden und bei Kühllagerung innert 48 Stunden zu verbrauchen. Allfällige Reste müssen nach diesem Zeitraum vernichtet werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Das Präparat soll, wie alle Thiobarbiturate, nicht bei Patienten mit ernstlichen Leberschäden eingesetzt werden.
 

Vorsichtsmassnahmen

Perivaskuläre Injektionen können zur Irritation des benachbarten Gewebes führen. Vorsicht sollte man walten lassen beim Anästhesieren von anämischen Tieren und solchen mit Herz-oder Kreislaufproblemen. Bestehende Lebererkrankungen können den Abbau des Präparates verzögern. Erhöhter Harnstickstoff im Blut sowie Störungen im Elektrolythaushalt können eine Anästhesie verlängern.
 

Unerwünschte Wirkungen

Wie bei allen anderen Narkotika kann es auch bei der Surital-Narkose zu Zyanose oder Atemdepression kommen; dann sollte die Injektion abgebrochen werden und, falls erforderlich, mit künstlicher Beatmung begonnen werden.
 

Absetzfristen

Essbares Gewebe: Pferd, Rind, Schwein 10 Tage
Milch: 5 Tage
 

Wechselwirkungen

Sind bisher nicht beobachtet worden.
 

Sonstige Hinweise

Lösungen die nicht vollkommen klar bzw. nicht vollständig gelöst sind, dürfen nicht verwendet werden. Nicht über 25°C lagern. Eine kühle Lagerung -obgleich eine solche nicht benötigt wird- trägt oft zur Erhaltung einer klaren Lösung bei; vor Injektionen sollte man diese gekühlte Lösung jedoch auf Zimmertemperatur bringen. Surital soll nach Ablauf des auf der Packung angegebenen Verfalldatums nicht mehr angewendet werden. Verfalldatum siehe Packungsaufdruck. Aufbrauchfrist nach 1. Entnahme: 24 Stunden. Bei Kühllagerung: 48 Stunden.
 

Packungen

Injektionsflasche mit 5,35 g Trockensubstanz (entsprechend 5 g Thiamylal-Natrium)

Exportspezialität: Vertrieb in der Schweiz nicht zugelassen!

Zulassung erloschen am: 31.12.2002

Abgabekategorie: B

 

Hersteller

Impfstoffwerk Dessau-Tornau GmbH, D-06855 Rosslau

Swissmedic Nr. 39'177

Informationsstand: 11/1997

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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