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Arovet AG

Neurolept-Analgetikum für Hunde

ATCvet-Code: QN05

 

Zusammensetzung

Droperidolum 20 mg, Fentanylum (ut F. citras) 0.4 mg, Conserv.: E 216, E 218, Excipiens ad solutionem pro 1 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Droperidol ● Fentanyl
 

Zielspezies

Hund
 

Eigenschaften / Wirkungen

Fentanyl ist ein stark wirksames, morphinähnliches Analgetikum. Die Wirkung tritt sehr schnell ein und ist stärker als die des Morphins. Ähnlich dem Morphin erzeugt es leichte Bradykardie und Atmungsdepression. Die analgetische Wirkung von Fentanyl dauert ca. 30 Minuten.
Droperidol ist ein Neuroleptikum der Butyrophenon-Reihe und wirkt bei verschiedenen Tierarten sowie beim Menschen stark sedativ und abschirmend gegen äussere Einflüsse. Es potenziert den analgetischen Effekt von Fentanyl und von Barbituraten. Droperidol beeinflusst beim Hund weder Atmung noch Myokardkontraktion; die Herzfrequenz und das Schlagvolumen bleiben unverändert, ebenso das Elektrokardiogramm. Der sympathikolytische Effekt entfaltet eine periphere Vasodilatation. Diese Eigenschaften begünstigen stabile Kreislaufverhältnisse während der Neuroleptanalgesie. Ausserdem verhütet Droperidol Erbrechen und dämpft den traumatischen Schock nach Unfällen.
 
Vorteile der Neuroleptanalgesie:
1. Geringe Toxizität und grosse Sicherheitsbreite; 2. geringe kardiovaskuläre Nebenwirkungen; 3. keine Exzitationen; 4. gute Analgeise und Muskelerschlaffung. INNOVAR-VET verursacht keine funktionelle oder toxische Veränderung des Leber- und Nierenparenchyms. Die renale Ausscheidung von Droperidol beträgt nur 10% im Gegensatz zu den Neuroleptika vom Promazin-Typ mit über 90% Ausscheidung durch die Nieren. Infolge rasse- oder temperamentbedingter Veranlagung kann in Einzelfällen trotz hoher Dosierung keine ausreichende Analgesie erzielt werden. Eine Ergänzung mit Inhalations- oder Lokalanästhetika ist jederzeit möglich, aber nicht durch erhöhte Gaben von INNOVAR-VET.
 

Indikationen

1.Diagnostische Untersuchungen: Zur allgemeinen Ruhigstellung widersetzlicher Tiere; abdominale und rektale Palpation; vaginale Exploration; Inspektion von Ohren, Maulhöhle und Rachen; Rektoskopie, Katheterisierung der Harnblase; Röntgen-Untersuchung. Punktion des Rückenmarks.
  
2.Therapeutische Massnahmen: Spülen oder Entleeren des Analbeutels, Reinigung und Behandlung der Ohren; Anlegen und Wechsel von Verbänden; Krallen schneiden, Entfernen von Zahnstein.
  
3.Operationen bei geschwächten oder alten Hunden, sog. Risikopatienten: INNOVAR-VET ist wegen der geringen Toxizität sehr geeignet für chirurgische Eingriffe bei Hunden mit Leber- und vor allem Nieren-Insuffizienz.
  
4.Kleine chirurgische Eingriffe: Wundtoilette, Nähen von Hautdefekten; Entfernen von Warzen, Stacheln, Splittern; Tumor- und Lymphknotenbiopsien; Schwanzamputation, Zehenamputation; Zahn-Extraktion (z.T. mit Lokalanästhesie).
  
5.Endotracheale Intubation: bei kleinen Hunden mit lokaler Spray-Anästhesie.
  
6.Sedative Prämedikation: Für Narkosen mit Inhalationsanaesthetika oder Barbituraten.
  
7.Grössere chirurgische Eingriffe in Kombination mit einem Narkotikum: Sectio caesarea; Richten und Fixieren von Luxationen und Frakturen (Potenzierte Narkose).
 

Dosierung / Anwendung

Für kurzfristige Sedation und Analgesie wird INNOVAR-VET intravenös injiziert. Nach 30-60 Sekunden tritt eine Neurolept-Analgesie ein von 20-30 Minuten Dauer. INNOVAR-VET kann bei widersetzlichen Patienten auch intramuskulär injiziert werden. Die Wirkung tritt 10-15 Minuten später ein und die Analgesie ist weniger ausgeprägt. Zur Vermeidung von Salivation und Bradykardie sollte vorgängig einer Neuroleptanalgesie Atropin intramuskulär oder in Mischspritze mit INNOVAR-VET i.v. verabreicht werden. Dosis von Atropin: 0,05 mg/kg KGW i.m. (= 0.05 ml/kg der 1%. Lösung von Atropinum sulfuricum).
Die nachfolgend angegebenen Dosen sind Richtwerte und sollen dem Allgemeinzustand, dem Alter und dem Temperament des Hundes angepasst werden.
 
A. INNOVAR-VET intravenös
0,5-1 ml pro 10 kg Körpergewicht i.v.. Alte, geschwächte sowie urämische Patienten (Risiko­patienten) bedürfen niederer Dosen, ebenfalls sehr junge Hunde; dagegen benötigen temperamentvolle Tiere die höhere Dosis.
 
B. INNOVAR-VET intramuskulär
1 ml pro 7-10 kg Körpergewicht i.m.. Die i.m. Applikation erzeugt nach 10-15 Minuten eine Analgesie von 30-40 Minuten Dauer; hernach bleiben die Tiere noch einige Stunden sediert.
Bei Eingriffen, die mehr als 30-40 Minuten dauern, kann die Analgesie wohl verlängert, aber nicht vertieft werden durch Nachinjektion der halben bis vollen Dosis INNOVAR-VET; bei sectio cesarea womöglich erst nach Extraktion der Welpen !
 
Potenzierte Narkose
INNOVAR-VET potenziert zentral wirkende Narkotika. Deshalb ist die Dosis solcher Pharmaka zu reduzieren (maximal 14 Normaldosis bei Barbituraten).
 
A.INNOVAR-VET intravenös
1.Atropinum sulfuricum: 0,05 mg/kg KGW i.m. oder in Mischspritze i.v.
2.INNOVAR-VET: 0,5-1 ml/10 kg KGW i.v.
3.1-12 Minuten später eine nach Wikrung reduzierte Dosis von Barbituraten i.v.
  
B.INNOVAR-VET intramuskulär
1.Atropinum sulfuricum: 0,05 mg/kg KGW i.m.
2.INNOVAR-VET: 1 ml/18 kg KGW i.m.
3.10 Minuten später eine nach Wirkung reduzierte Dosis von Barbituraten i.v.
 

Unerwünschte Wirkungen

Höhere Dosen von INNOVAR-VET lösen gelegentlich Defäkation aus.
Speicheln und Bradykardie kann vorkommen bei nicht mit Atropin vorbehandelten Hunden.
Hecheln tritt gelegentlich auf gegen Ende der Narkose, ebenso Reaktionen auf intensive Lärmreize. Deshalb sind die Tiere ruhig zu halten.
 

Ueberdosierung

INNOVAR-VET hat eine grosse Sicherheitsbreite und wird deshalb bis zur dreifachen Normaldosis ertragen. Die sechsfache intramuskuläre Gabe verursacht neben Atmungsdepression vor allem tonisch-klonische Spontanbewegungen mit gelegentlich länger andauerndem Opisthotonus. Solche motorischen Erscheinungen können aufgehoben werden mit wenig Pentobarbital-Natrium (6 mg/kg KGW). Bei Patienten mit schweren Organschäden (Niere, Leber, Herz) ist die Dosis stark zu senken oder von einer Narkose überhaupt abzusehen.
Für einen letalen Verlauf, der unter normalen Bedingungen dank der grossen Sicherheitsbreite von INNOVAR-VET nicht vorkommt, kann keine Haftung übernommen werden.
 

Antidot / Gegenmittel

LORFAN (Levallorphan), NARCAN (Naloxon): in fraktionierten Gaben von 0,02 mg intravenös in Abständen von 1-12 Minuten, bis der erwünschte Grad der Antagonisierung erreicht ist. Richtlinie: 0,02 mg/kg KGW.
 

Sonstige Hinweise

Weil INNOVAR-VET die Wirkung von zusätzlich verabreichten Anästhetika potenziert, sollte vorsichtig kombiniert werden.
Präparate, deren depressive Wirkungen auf Atmung und Kreislauf bekannt sind, dürfen nur sehr langsam und mit reduzierten Dosen zusätzlich intravenös verabreicht werden, da sonst bei Überdosierung und rascher Injektion Atmungsstillstand eintreten kann (Barbiturate).
Ebenso sollte die Atmung bei brachycephalen Hunderassen wegen der beschränkten Respirationskapazität während der Analgesiephase überwacht werden.
Eine durch Fentanyl verursachte vagale Bradycardie sollte mit Atropin präventiv verhindert oder therapeutisch aufgehoben werden.
INNOVAR-VET untersteht der Kontrolle gemäss dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel vom 3.10.1951 / 18.12.1968.
Arzneimittel, für Kinder unzugänglich aufbewahren.
 
Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "Exp.date" angegebenen Datum verwendet werden.
 

Packungen

Durchstichflasche zu 20 ml

Zulassung erloschen am: 31.01.1999

Abgabekategorie: A

 

Hersteller

Pitman-Moore Inc. USA

Swissmedic Nr. 37'588

Informationsstand: 10/1992

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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