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Provet AG

Rotlauf-Parvovirose-Impfstoff, inaktiviert, für Schweine. Wäßrige Suspension zur subkutanen Injektion.

ATCvet-Code: QI99

 

Zusammensetzung

Formaldehydinaktivierte Rotlaufbakterien (Erysipelothrix rhusiopathiae, Serotyp 1, Stamm P15/107, Serotyp 2 Stamm CN 3342, Serotyp 2 Stamm CN 3461) und deren an Aluminiumhydroxid adsorbierte lösliche, immunisierende Substanz.
In Kulturen einer permanenten Schweinenieren-Zellinie unter Verwendung von serumfreiem Kulturmedium vermehrtes, inaktiviertes Schweineparvovirus, Stamm NADL-2.
Der Impfstoff enthält zur Verstärkung der immunisierenden Wirkung Aluminiumhydroxid und Saponin, als Konservierungsmittel ist Natriumtimerfonat zugesetzt.
 
1 Dosis (2 ml) enthält:
inaktiviertes, adsorbiertes
E. rhusiopathiae-Antigen mind. 50 1. E.
inaktiviertes Schweine-
parvovirus mind. 512 HAE*
Aluminiumhydroxid max. 32 mg
Saponin max. 0,5 mg
Natriumtimerfonat max. 0,03 mg
Phenol max. 5 mg
Neomycin in Spuren
Silicon-Entschäumer in Spuren
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

● Erysipelothrix rhusiopathiae ● Porcines Parvovirus
 

Indikationen

Aktive Immunisierung von Schweinen gegen Rotlauf und das durch das Schweineparvovirus hervorgerufene SMEDI-Syndrom (siehe zusätzliche Informationen).
 

Dosierung / Anwendung

Impfdosis; 2 ml
 

Anwendung:

Subkutane Injektion ausschließlich am Ohrgrund. Vor Gebrauch ist der Impfstoff zu schütteln. Mehrfachentnahmebehälter sind nach Anbruch noch am gleichen Tag zu verbrauchen, damit Verunreinigungen und Wirksamkeitsverluste des Impfstoffes vermieden werden.
 

Impfschema:

Grundimmunisierung:
-Sauen erhalten 2 Impfungen im Abstand von 2-3 Wochen. Die Grundimmunisierung sollte 1 Woche vor dem in Aussicht genommenen Decktermin abgeschlossen sein und zum Zeitpunkt der Bedeckung nicht länger als 12 Wochen zurückliegen.
-Jungsauen und Eber können ab dem 6. Lebensmonat geimpft werden. Ungeimpfte Zukauftiere sind bei der Einstallung zu impfen, sofern sie das Impfalter von 6 Monaten erreicht haben.
Wiederholungsimpfungen:
In infektionsgefärdeten Gebieten sind Sauen und Eber im Abstand von 6-9 Monaten nachzuimpfen. Zur Erzielung der optimalen Wirksamkeit hinsichtlich des SMEDI-Syndroms sollten die Sauen vorzugsweise vor der Bedeckung nachgeimpft werden.
 
* HAE = haemagglutinierende Einheiten
 

Anwendungseinschränkungen

Kranke und als inkubiert geltende Tiere, schlechter Allgemeinzustand, starker Parasitenbefall.
 

Unerwünschte Wirkungen

Eine vorübergehende Schwellung an der Injektionsstelle durch das im Impfstoff enthaltene Adjuvans und ein kurz andauernder Temperaturanstieg um 1-2 °C können auftreten.
 

Absetzfristen

Keine.
 

Wechselwirkungen

Nach der Anwendung von Schweine-Rotlauf-Serum sollte wegen möglicher Hemmung der Antikörperbildung ein Abstand von 2 Wochen bis zur aktiven Immunisierung eingehalten werden.
 

Sonstige Hinweise

Lagerung:
Der Impfstoff ist bei +2 bis +8°C aufzubewahren und darf nach Ablauf des auf der Packung und dem Behältnis angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwendet werden.
Arzneimittel sorgfältig und unzugänglich für Kinder aufbewahren!
 

Zusätzliche Informationen

SMEDI-Syndrom
Das Schweineparvovirus gilt als Haupterreger des SMEDI-Syndroms. Als SMEDI-Syndrom wird eine Störung der Fruchtbarkeit bzw. Trächtigkeit bei der Sau bezeichnet, die mit Mumifikation und intrauterinem Fruchttod, mit totgeborenen oder lebensschwachen Ferkeln wie auch mit Unfruchtbarkeit einhergeht. Die Ansteckung der Sauen kann unter anderem auch durch infizierte Eber erfolgen.
 
Immunität
In umfangreichen Labor-und Feldprüfungen konnte gezeigt werden, daß etwa 2-4 Wochen nach der Grundimmunisierung die Parvovirus-Antikörpertiter ihr Maximum erreichen. Während der folgenden Monate fallen die Titer nur geringgradig ab. Sie liegen auch nach sechs Monaten nur wenig unter dem Höchstwert nach der Grundimmunisierung. Die Antikörper sind Ausdruck einer belastbaren Immunität, die vor einer intrauterinen Parvovirusinfektion schützt.
Ein Schutz vor Rotlauf ist in der Regel 2 Wochen nach der Grundimmunisierung ausgebildet und bleibt über mindestens 6 Monate bestehen. Da maternale Parvovirus-Antikörper bei der Nachzucht bis zu 6 Monate persistieren und die aktive Immunisierung stören bzw. verhindern können, führt die Impfung in der Regel erst ab einem Alter von 6 Monaten zu vollem Schutz. Maternale Antikörper gegen Rotlaufbakterien können die aktive Immunisierung innerhalb der ersten 8 Lebenswochen beeinträchtigen.
 
Bestandsschutz
Ein ausreichender Bestandsschutz gegen die Schweineparvovirusinfektion kann nur erreicht werden, wenn alle empfänglichen Sauen und Eber, insbesondere auch alle nachwachsenden und zugekauften Jungtiere, geimpft werden. Impflücken gefährden den Bestandsschutz!
 
Differentialdiagnose
Bei Fruchtschäden, lebensschwachen Ferkeln und häufigem Umrauschen kommen differentialdiagnostisch vor allem der Seuchenhafte Spätabort der Schweine, die Aujeszkysche Krankheit und die Europäische Schweinepest in Betracht.
 

Packungen

Flasche mit 20 ml
Flasche mit 50 ml

Zulassung erloschen am: 30.06.2000

Abgabekategorie: Immunbiologische Erzeugnisse dürfen nur an Tierärztinnen/Tierärzte abgegeben werden.

 

Hersteller

Hoechst Roussel Vet Vertriebs GmbH, D-85716 Unterschleißheim

IVI Nr. 1487

Informationsstand: 03/1999

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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