Anwendungen

Anerkannte tiermedizinische Anwendung

-In einer offenen, multizentrischen klinischen Studie wurde 29 privaten Hunden mit Symptomen chronischer Erkrankungen an Gelenken und Wirbelsäule (osteoarthritische und degenerative Veränderungen) 400 mg/10 kg Körpergewicht eines standartisierten Boswellia-Harzextraktes während 42 Tagen, einmal täglich über das Futter, verabreicht. Nach 2 Wochen wurde die Wirksamkeit in 71% (17/24) der Fälle als positiv beurteilt. Nach 6 Wochen wurden bei 21 Hunden statistisch signifikante Verbesserungen und Verschwinden typischer Symptome wie intermittierende Lahmheit, lokale Schmerzhaftigkeit und steifer Gang festgestellt (Reichling et al., 2004).
-Bei chronischen, austherapierten Enteritiden von Hund, Katze und Kaninchen hat sich in der Praxis der Einsatz Weihrauch als Fertigprodukt mit mindestens 400 mg indischem Weihrauchtrockenextrakt in der Einzeldosis pro 10 kg Körpergewicht vielfach bewährt (Nadig, 2013).
-In einer randomisierten Doppelblindstudie wurde 13 von 16 privaten Hunden mit Osteoarthritis während 8 Wochen ein Kräuterprodukt, das neben anderen Zusätzen mindestens 79.2% Boswelliasäure enthielt, verfüttert. Die klinischen Symptome der Osteoarthritis wurden wie folgt verbessert: die 13 behandelten Hunde wiesen, im Vergleich zum Versuchsbeginn, nach 4 Wochen eine verbesserte vertikale Spitzenkraft und nach 8 Wochen eine höhere lokomotorische Aktivität auf. Im Vergleich zu den Kontrollhunden verbesserte sich die vertikale Spitzenkraft signifikant (Moreau et al., 2014).
 

Traditionelle Anwendung

-Innerlich bei Gelenksarthrosen sowie zur symptomatischen Behandlung des Reizdarmsyndroms (Colon irritabile, Inflammatory Bowel Disease) (Brendieck-Worm & Melzig, 2018; Wynn & Fougère, 2007).
-Innerlich zur Unterstützung der Gelenksfunktionen und Förderung der normalen Beweglichkeit bei rheumatischen Erkrankungen beim Hund (Reichling et al., 2016).
-Innerlich bei Onychodystrophie (Nageldystrophie) des Hundes und bei kortisonpflichtigen Augenerkrankungen (Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
 

Dosierung

Innerliche Anwendung
 Weihrauchtrockenextrakt
Kleintiere20 mg, 3mal täglich
Hund400 mg/10 kg Körpergewicht/Tag
Katzeneingeschränkt geeignet, wiederholte Anwendung nur nach strenger Indikation:
niedrig dosieren, Wiederholung maximal jeden 2. Tag
(Brendieck-Worm & Melzig, 2018; Reichling et al., 2016; Wynn & Fougère, 2007)
 

Zubereitung

-Indischer Weihrauch wird als quantifizierter Extrakt (≥ 50% Triterpensäuren) in Fertigpräparaten angewendet (Reichling et al., 2016).
-Es sind Ergänzungsfuttermittel mit Weihrauch für mehrere Tierarten erhältich, kombiniert u.a. mit Brennnessel, Birke, Leinöl, Pappelrinde, Schachtelhalm und Teufelskralle; i.d.R. zur Unterstützung des Knorpel- und Gelenkstoffwechsels bei gestörter Funktion des Bewegungsapparates (Brendieck-Worm & Melzig, 2018).
 

Hinweise

-Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit oder Allergie auf die Rohdroge (WHO, 2009).
 

Toxizität

-Die intragastrische Verabreichung der Rohdroge an Hunde, Kaninchen oder Ratten in einer Dosis von 500.0 oder 1000.0 mg/kg Körpergewicht hatte keine ulzerogenen Wirkungen (WHO, 2009).
-Die oralen medianen letalen Dosen bei Mäusen und Ratten betrugen mehr als als 2.0 g/kg Körpergewicht (WHO, 2009).
-Die intragastrische Verabreichung der Rohdroge an Affen (500.0 mg/kg Körpergewicht), Mäuse (2.0 g/kg Körpergewicht) und Ratten (1.0 g/kg Körpergewicht) über 6 Monate führte weder zu beobachtbaren Verhaltensauffälligkeiten, noch zu biochemischen und histologischen Anomalien (WHO, 2009).
 

Verfügbarkeit

Siehe unter Fertigpräparate und -produkte Schweiz und Deutschland; die getrocknete granulierte und pulverisierte Droge sowie Tinkturen sind in Arzneibuchqualität im Fachhandel erhältlich (Pharmavista, 2021).
 

Gesetzliche Vorschriften, Doping

Rückstandsregelungen

-TAMV: Boswellia serrata ist nicht auf der Liste 2/Anhang 2 aufgeführt, d.h. darf bei Nutztieren nicht als Wirkstoff eingesetzt werden.
-European Feed Materials Register (momentan für die Schweiz nicht gültig): Boswellia serrata (granuliert) ist registriert unter 004394-EN (2014-02-08) und 004394-DE (2014-02-08).
 

Doping

Boswellia serrata ist keine dopingverdächtige Substanz.
Die Dopingrelevanz von Pflanzen ändert sich kontinuierlich. Die aktuellen Daten zum Pferdesport (FEI) sind ersichtlich unter der Liste der verbotenen Substanzen.
 
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