Anwendungen

Anerkannte tiermedizinische Anwendung

In einer Studie an Ratten konnte gezeigt werden, dass die orale Verabreichung eines wässeriger Rubus fructicosis-Blätter-Extraktes (100 mg/kg Körpergewicht) den Blutzuckerspiegel signifikant senkte (Juad et al., 2002).
 

Ethnoveterinärmedizinische Studien

Gemäss einer Übersichtsarbeit zu ethnoveterinärmedizinischen Studien Europas wird Rubus fruticosus bei Rindern als Mittel bei Magen-Darm-Problemen und bei Schafen bei Hautproblemen eingesetzt (Mayer et al., 2014).
 

Traditionelle Anwendung

-Innerlich bei Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes (Ayrle et al., 2016).
-Innerlich bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen (besonders bei Pferden) (Reichling et al., 2016).
-Innerlich bei blutigem, sehr dünnem, grünen Durchfall (Milchkälber, speziell nach Alpung) (Klarer et al., 2013).
-Äusserlich bei leichten Schleimhautentzündungen im Maul- und Rachenraum, Blutungen des Zahnfleisches, bei auf die gesamte Mundschleimhaut übergreifender Gingivitis, bei Aphthen und Halsentzündungen (Reichling et al., 2016).
-Äusserlich bei Stomatitis und topisch bei Hautausschlägen (Klarer et al., 2013; Wynn & Fougère, 2007).
 

Dosierung und Zubereitung

Innerliche Anwendung
-Grosse Tiere: Infus oder Dekokt aus 6-10 g getrockneten Brombeerblättern und 500 ml siedendem Wasser (Reichling et al., 2016).
-Brombeerblätterinfus: 2 gehäufte Teelöffel Blätter (jung, voll entfaltet) mit ¼ Liter kochendem Wasser übergiessen und abseihen; bei Durchfall von Pflanzenfressern und Schweinen (Brendieck-Worm et al., 2015).
-Brombeerblätterinfus: Blätter mit Wasser kurz aufkochen, 5 g Brombeerblätter/100 kg Körpergewicht; Rind, Pferd, Ziege, Schaf und Schwein, alle Altersstufen: 2-3mal täglich 1 Liter verabreichen (Klarer et al., 2013).
-Kleintiere: 25-125 mg getrocknetes Kraut/kg Körpergewicht, aufgeteilt in 3 Dosen pro Tag, 3-4 fache Menge bei frischem Kraut; Infus: 10-30 g pro Tasse Wasser, ¼-½ Tasse/10 kg Körpergewicht, aufgeteilt in 3 Dosen pro Tag (Wynn & Fougère, 2007).
-Bei Durchfall von Pferden und Kühen werden dem Trinkwasser 2 Handvoll zerkleinerte Blätter hinzugefügt (Reichling et al., 2016; Wynn & Fougère, 2007).
 
Äusserliche Anwendung
-Als Spülung wird ein Infus aus 15 g oder ein Dekokt aus 6-10 g getrockneten Brombeerblättern mit 500 ml siedendem Wasser zubereitet; das Infus wird bei Zahnfleischblutungen des Hundes angewendet (Reichling et al., 2016).
 

Hinweise

-Mögliche Wechselwirkungen mit Insulin und oralen Hypoglykämika (Wynn & Fougère, 2007).
 

Toxizität

-Akute Toxizität: Dosen von 0-6 g/kg Körpergewicht des wässrigen Brombeerblätter-Extraktes verursachten keine signifikanten Verhaltensveränderungen bei Mäusen, Dosen von > 6g/kg Körpergewicht bewirkten Tachypnoe, Piloerektion und Diurese, die LD50 betrug 8.1 g/kg Körpergewicht (Juad et al., 2002).
 

Verfügbarkeit

Siehe unter Fertigpräparate und -produkte Schweiz und Deutschland; die getrocknete und geschnittene Droge sowie Extrakte sind in Arzneibuchqualität im Fachhandel erhältlich (Pharmavista, 2018).
 

Gesetzliche Vorschriften, Doping

Rückstandsregelungen

-TAMV: Brombeerblätter sind nicht auf der Liste 2/Anhang 2 aufgeführt, d.h. dürfen bei Nutztieren nicht als Wirkstoff eingesetzt werden.
-FMBV: Die Verfütterung von getrockneten Blättern essbarer Pflanzen an lebensmittelliefernde Tiere ist laut der Futtermittelbuch-Verordnung, Anhang 1.4, erlaubt.
-European Feed Materials Register (momentan für die Schweiz nicht gültig): Brombeerblätter (getrocknet, geschnitten) sind registriert unter 01218-DE (2011-01-24).
 

Doping

Brombeerblätter sind keine dopingverdächtige Substanz.
Die Dopingrelevanz von Pflanzen ändert sich kontinuierlich. Die aktuellen Daten zum Pferdesport (FEI) sind ersichtlich unter der Liste der verbotenen Substanzen.
 
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