Anwendungen

Ethnoveterinärmedizinische Studien

Gemäss einer Übersichtsarbeit zu ethnoveterinärmedizinischen Studien Europas wird Salix alba zur Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen, bei Erkrankungen des Respirationstrakts, gegen Ektoparasiten und als Ophthalmologikum und Salix caprea als Anthelminthikum eingesetzt (Mayer et al., 2014).
 

Traditionelle Anwendung

-Innerlich zur Behandlung von Durchfällen und Fieber beim Kalb (Reichling et al., 2016).
-Innerlich bei schmerzhaften, fieberhaften Zuständen, Arthritis, Gicht, Koliken, Neuralgien und Magen-Darm-Erkrankungen (Aichberger et al., 2012; Brendieck-Worm et al., 2015).
-Innerlich zur Immunmodulation (Ayrle et al., 2016).
-Äusserlich bei Nervenentzündungen und offenen brandigen Geschwüren (Aichberger et al., 2012).
 

Dosierung

Innerliche Anwendung
 Weidenrinde/Tag
(in g Droge/Tag)
Rind30-55/500 kg KGW
Pferd30-55/500 kg KGW
Ziege, Schaf8-16/100 kg KGW
Schwein8-16/100 kg KGW
Hund1.5-3/10 kg KGW
Katze1.5-3/10 kg KGW
Kaninchen (1-2-5 kg KGW)0.5-0.9-1.7
Meerschweinchen (1 kg KGW)0.5
Huhn (1-5 kg KGW)0.15-0.3-0.5-1.7/kg KGW
KGW = Körpergewicht
(Aichberger et al., 2012; Brendieck-Worm et al., 2015)
 

Zubereitung

Innerliche Anwendung
-Bei Durchfällen und Fieber beim Kalb: Weidenrinde als Pulver, als Infus (Droge/Wasser 1:10); mittlere Tagesdosis: 10 ml/kg Körpergewicht (Reichling et al., 2016).
-Weidenrindeninfus: 1 Teelöffel klein geschnittene Weide mit ¼ Liter kaltem Wasser übergiessen, aufkochen und 5 Minuten ziehen lassen (Brendieck-Worm et al., 2015).
 
Äusserliche Anwendung
-50 g Droge/Liter Wasser für Waschungen und feuchtwarme Umschläge (Aichberger et al., 2012).
 

Hinweise

-Nicht anwenden bei einer Überempfindlichkeit gegen Salicylate, bei Magen-Darm-Geschwüren oder Blutgerinnungsstörungen. Nicht zusammen mit Blutgerinnungshemmern anwenden (Aichberger et al., 2012).
-Mögliche Wechselwirkungen mit Salicylaten sowie beeinträchtige Resorption (Wynn & Fougère, 2007).
 

Toxizität

-Die Verabreichung eines 40%-igen, alkoholischen Rindenextraktes an Ratten in einer Dosis von 1.6 ml/kg Körpergewicht während 13 Wochen zeigte weder einen Effekt auf die Nierenfunktion, noch auf die hämatologischen Parameter, noch auf die Leberunktion oder den Cholesterolspiegel. Histologisch konnten keine Veränderungen festgestellt werden (WHO, 2009).
-Bei Mäusen beträgt die LD eines 30%-igen, alkoholischen Rindenextraktes 28.0-42.0 ml/kg Körpergewicht (WHO, 2009).
 

Verfügbarkeit

Siehe unter Fertigpräparate und -produkte und SaluVet; die getrocknete, geschnittene und pulverisierte Droge sowie Extrakte sind in Arzneibuchqualität im Fachhandel erhältlich (Pharmavista, 2018).
 

Gesetzliche Vorschriften, Doping

Rückstandsregelungen

-TAMV: Methylsalicylat ist auf der Liste 2/Anhang 2 aufgeführt, darf bei Nutztieren topisch als Analgetikum/Antipyretikum/Antiinflammatorikum/Hyperämikum eingesetzt werden, erfordert keinen Rückstandshöchstgehalt.
-FMBV: Die Verfütterung von gereinigten und getrockneten Rinden an lebensmittelliefernde Tiere ist laut der Futtermittelbuch-Verordnung, Anhang 1.4, erlaubt.
-European Feed Materials Register (momentan für die Schweiz nicht gültig): die Rinde, Zweige, Blätter und das Extrat von Salix alba L. und Salix purpurea L. sind in der EU als Einzelfuttermittel registriert unter 05811-BG, 05812-CS, 05814-HU, 05815-RO und 05810-PL (2015-08-17); Zusatz: es stimuliert den Appetit, es enthält Fasern, Tannine und Polyphenole.
 

Doping

Der Weidenrinde ist keine dopingverdächtige Substanz.
Die Dopingrelevanz von Pflanzen ändert sich kontinuierlich. Die aktuellen Daten zum Pferdesport (FEI) sind ersichtlich unter der Liste der verbotenen Substanzen.
 
©2021 - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.