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Chlamydienabort

Krankheitsbild / Symptomatik / Risikofaktoren

Ursachen, Risikofaktoren und Schlüsselstellen

Chlamydienaborte kommen bei Schafen und Ziegen vor. Bei Ziegen ist der Verlauf der Krankheit oft schwerer und der Prozentsatz verlammender Tiere höher als bei Schafen. Beobachtet wird ein seuchenhaftes Verwerfen in der zweiten Trächtigkeitshälfte, insbesondere kurz vor dem Ablammtermin. Totgeburten und lebensschwache Neugeborene können ebenfalls ein Hinweis auf einen Chlamydienabort sein. Muttertiere verwerfen meist ohne weitere Krankheitsanzeichen. Sie bleiben fruchtbar, können aber lebenslang infiziert sein und damit weitere Tiere anstecken. Bei einem Abort wird der Erreger massenhaft ausgeschieden.
 
Chlamydienabort der Schafe und Ziegen ist eine zu überwachende und somit meldepflichtige Tierseuche. Es handelt sich um eine Zoonose. Abortfälle sind beim Menschen bekannt.
 

Erreger

Chlamydia abortus ist ein gramnegatives, intrazelluläres Bakterium mit geringer Tenazität. Bei winterlichen Temperaturen können die Bakterien jedoch in getrockneten Nachgeburtsteilen monatelang infektiös bleiben.
 

Symptome

Aborte, Totgeburten oder Geburten lebensschwacher Lämmer ohne spezifische klinische Symptome beim Muttertier.
 
Diagnose / Tests Verdacht bei endemisch auftretenden Aborten bei kleinen Wiederkäuern. Bestätigung durch das Labor ist erforderlich. Der Erreger- bzw. DNA-Nachweis in Plazenta oder fetalen Organen bei gleich-zeitigem Vorliegen von typischen makroskopischen und/oder histologischen Veränderungen erfolgt mittels PCR-Methoden.
 
Therapieleitlinien Tiere mit Anzeichen von Abort oder Tiere, die bereits abortiert haben, sollten von den anderen Tieren in der Herde separiert und möglichst in einem anderen Stall untergebracht werden. Nach Bestätigung der Diagnose durch Laboranalysen müssen die hochträchtigen Tiere des Bestands mit einem Antibiotikum behandelt werden. Ein Breitbandantibiotikum mit Langzeitwirkung wird in solchen Fällen empfohlen (20 mg/kg Oxytetrazyklin, i.v. oder i.m., alle 10 - 14 Tage). In Anbetracht des damit verbundenen Präventionsaufwandes und den damit entstehenden Kosten alle Tiere mehrmals zu behandeln, wird eine Therapie beschrieben, in dem eine Oxytetrazyklin-Injektion mit Langzeitwirkung 6 - 8 Wochen vor der Geburt.
Die Behandlung mit einem Antibiotikum kann einen Abort verhindern, nicht aber die Ausscheidung der Chlamydien während der Geburt.
 

Prävention

Befallene Herden können mit einem inaktivierten Impfstoff für Schafe geimpft werden. Wichtig ist die Hygiene auf dem Betrieb. Abortmaterial muss sicher via Abfall entsorgt werden (nicht auf den Miststock). Tiere, die abortiert haben, sollen erst nach Wochen wieder der Herde zugeführt werden, sicher aber frühestens sobald kein Vaginalausfluss mehr vorliegt.
 
Der Erreger kann auch bei schwangeren Frauen zu Aborten führen (Zoonose). Entsprechend ist während der Schwangerschaft Vorsicht beim Umgang mit Schafen und Ziegen geboten.
 
© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

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